Die Erstkommunion ist die Feier, bei der ein Kind zum ersten Mal die heilige Kommunion empfängt. Kinder, die die zweite Klasse Volksschule besuchen, haben die Möglichkeit, an der Vorbereitung auf die Erstkommunion teilzunehmen.
Erstkommunion 2026
Am 3. Sonntag in der Osterzeit (19. April 2026) feierten 29 Kinder der Vs-Kirchdorf, 28 Kinder der Vs-Unterdorf und 3 Kinder der Schulstube, unter dem Motto „Auf den Spuren Jesus“ gemeinsam in der Heiligen Messe ihre Erstkommunion.
Bei gutem Wetter wurde die feierliche Prozession der Kinder von einer Delegation der Bürgermusik Höchst zur Kirche mit Marschmusik begleitet. Für die musikalische Gestaltung konnten wir die Höchster Rohrspatzen, Harald Lechner am Klavier, Paula und Alina mit der Querflöte und Emilia mit der Geige gewinnen, die Vorbereitung unterlag Martina Sausgruber, die leider krankheitsbedingt am Tag der Erstkommunion ausfiel, spontan übernahm Annika Ertl die Leitung. Die Blumenspenden kamen von mehreren Familien, und der Floristin Jasmine Kalin. Anschließend an den stimmigen Festgottesdienst, waren alle Gäste und Erstkommunikanten zur Agape auf dem Kirchplatz eingeladen, hier gab die Bürgermusik noch ein Ständchen.
Einen herzlichen Dank gilt dem EKO Team für die Vorbereitungen auf dem Weg zur Erstkommunion und natürlich dem Schappel Team.
Herzlichen Dank.
Dipl. PAss Julia Toplak
Der Schappel
In Höchst tragen die Buben bei der Erstkommunion einen Schappel. Diesen Brauch gibt es schon seit über 150 Jahren. Der Ursprung ist nicht genau bekannt. Vermutet wird, dass ein Herr Pfarrer gemeint hat, dass die Mädchen mit ihren Blumenkränzen im Haar aussehen, wie kleine Prinzessinnen. Den Buben macht man eine Krone, und somit sind sie kleine Könige. Früher nähte jede Mutter den Schappel für ihren Sohn. Auch die Ministranten trugen bei der Erstkommunion einen Schappel. Die Schappel fielen daher sehr unterschiedlich aus. Mit der Zeit waren einige Frauen bereit, die Schappel zu nähen, damit alle die gleiche Kopfbedeckung hatten. Auch trugen die Buben bei ihrer Erstkommunion über ihren Anzügen eine weiße Schärpe. Als dann immer mehr Janker und Trachtenanzüge bei den Buben aufkamen, ließ man die Schärpe weg. Schon seit über 50 Jahren haben die Ministranten keine Schappel mehr auf. Meine Schiegermutter Notburga Fitz leitete das Team, welches die Schappel über 30 Jahre nähte. Nach ihrem altersbedingten Ausscheiden, hab ich, als Schwiegertochter das Team übernommen. Inzwischen sind es schon fast 20 Jahre geworden, und wir sind mittlerweile 15 Frauen, die mit Freude jedes Jahr Schappel nähen. Interessierte Frauen sind bei uns immer herzlich willkommen. Am Wochenende vor der Erstkommunion bringen mir Elmar Schneider und Fredi Ronjak die Äste mit den einzackigen Efeublätter auf ihrem Autoanhänger vorbei. Es gibt in Höchst vereinzelte Bäume, auf denen diese Blätter wachsen. Bei mir in der Garage werden sie gelagert, bis am Nächsten Nachmittag 6 bis 7 Rauen kommen. Etwa 2 Stunden schneiden wir von den Efeuästen die schönen Blätter ab. Danach nimmt jede Frau, welche Schappel näht, genügend Blätter sowie grüne Kartons mit zu sich nach Hause. An den beiden folgenden Tagen werden die Schappel genäht. Es werden mit der Nähmaschine sechs Reihen Efeublätter auf den Karton genäht. Dabei fängt man von oben an. Die Blätter werden überlappend genäht, sodass die Nähte nicht sichtbar sind. Am unteren Ende des Kartons werden von Hand kleine Efeublätter darauf genäht. Das nennt sich dann das Kränzchen. Pro Schappel werden zwischen 300 und 400 Blätter benötigt. Am Abend vor dem Anpassen der Schappel werden diese mit Goldspray eingesprüht, damit sie über Nacht trocknen können. Den Buben wird der Schappel am nächsten Abend im Pfarrfoyer angepasst. Früher wurde er von Hand zusammen genäht. Mittlerweile wird er zusammen geklammert. Dann wird er vorsichtig in Zeitungspapier eingepackt. So können ihn die Buben mit nach Hause nehmen und an einem kühlen Ort lagern, bis sie ihn am Sonntag bei der Erstkommunion aufsetzen dürfen. Bis ein Schappel fix fertig ist, benötigen wir ca. zwei Stunden. Wenn er nach der Erstkommunion mit Haarspray eingesprüht wird, kann er viele Jahre haltbar gemacht werden.
Brigitte Fitz