Mit großer Trauer und gleichzeitig mit umso größerer Dankbarkeit für Ihr Leben gibt die Diözese Feldkirch den Tod von Frau Dr. Elisabeth Dörler bekannt. Elisabeth Dörler leitete bis zu ihrer Erkrankung das Werk der Frohbotschaft und war bis zu ihrem Tod als Islam-Beauftrage der Diözese tätig. Bischof Benno Elbs: „Mit Elisabeth Dörler verlieren wir eine große Mittlerin zwischen den Kulturen, die immer den Menschen und nie den Fremden sah.“

„Wenn ein Mensch geht, so hinterlässt er eine Lücke und wir werden uns umso schmerzlicher bewusst, was fehlt. Der Tod von Elisabeth Dörler hat uns alle wieder an diesen Rand des Lebens geführt. An diesen Rand, an dem uns die Worte fehlen. Angesichts dessen, was Elisabeth für das Zusammenleben der Kulturen in Vorarlberg geleistet hat, bleibt mir nichts anderes als die große Dankbarkeit, dass wir sie ein Stück ihres Lebens begleiten durften. Meine Gedanken sind bei ihrer Familie, den Mitgliedern vom Werk der Frohbotschaft, ihren unzähligen Freund/innen und Bekannten und all jenen, die das Glück erfahren durften Elisabeth zu begegnen“, suchte Bischof Benno Elbs in einer ersten Reaktion nach Worten, die dem Leben von Elisabeth Dörler gerecht werden könnten.

Wie man Religionen und Kulturen verbindet

1959 in Bregenz geboren studierte sie in Innsbruck Theologie und schloss ihr Studium 1982 ab. In der Folge war Elisabeth Dörler in der Diözese Feldkirch als Pastoralassistentin und Religionslehrerin tätig, bevor sie 1986 Mitglied beim Werk der Frohbotschaft Batschuns wurde, einer Gemeinschaft, die sie von August 2007 bis zu ihrer Erkrankung auch leitet.

Als katholische Auslandsseelsorgerin und Religionslehrerin in der österreichischen St. Georgs-Gemeinde in Istanbul bzw. in der Österreichischen Schule in Istanbul durfte sie das Zusammenleben der verschiedenen Religionen und Kulturen erfahren und Eindrücke sammeln, die sie bis zu ihrem Tod begleiteten. Es waren nicht zuletzt diese Jahre, die ihr Engagement als Islam-Beauftrage der Diözese, zu der sie 2003 berufen wurde, prägten. Dass ein Zusammenleben der Kulturen nur in gegenseitigem Respekt voreinander friedlich gestaltet werden kann, war jene Orientierungslinie, an der Elisabeth Dörler ihr Handeln ausrichtete und das sie zu einer echten Mittlerin zwischen den Kulturen werden ließ.

2003 folgte die Promotion zum Doktor der Theologie an der kath. Fakultät der Universität Tübingen mit der Doktorarbeit „Verständigung leben und lernen am Beispiel von türkischen Muslimen und Vorarlberger Christen: Die Herausforderung der türkischen Muslime an die katholische Erwachsenenbildung in Vorarlberg“.
Ab dem Jahr 2007 bis zur Erkrankung im Jahr 2012 war Elisabeth Dörler zudem Lehrbeauftragte an der Universität Innsbruck zum Thema Islam.

Ein Leben für das Miteinander

Elisabeth Dörler widmete fast ihr ganzes Leben der Verständigung zwischen den Menschen, insbesondere der Verständigung zwischen Christen und Muslimen.
Projekte und Initiativen wie der Islam-Lehrgang mit Religionslehrer/innen und Lehrer/innen, eine themenbezogene Mitarbeit beim Religionspädagogischen Institut in Feldkirch, die Begleitung von Moscheebesuchen und die Kontaktpflege mit den islamischen Gruppierungen in Vorarlberg tragen ihre Handschrift.

Gemeinsam mit Russ-Preisträgerin Dr. Eva Grabherr war Dr. Elisabeth Dörler Initiatorin des jahrelangen und aufwändigen Prozessen bei der Entstehung des islamischen Friedhofs. Dazu gehörte auch die Erarbeitung der Studie „Eine islamische Begräbnisstätte für Vorarlberg“ als Entscheidungsgrundlage im Jahr 2004.

Als Leiterin des Werkes der Frohbotschaft Batschuns in den Jahren 2007 bis 2013 engagierte sich Elisabeth Dörler für die Belange der Schule für Sozialbetreuungsberufe in Bregenz (ehemalige Familienhelferinnenschule), der Kathi-Lampert-Schule für Sozialbetreuungsberufe in Götzis, der Sozialpädagogischen Schule in Schlins und der Schule für Hör- und Sprachbildung am Landeszentrum für Hörgeschädigte.

„ Brücken, die Kulturen friedlich verbinden können“

Für Elisabeth Dörler war Integration nie ein theoretisches Projekt, sondern immer eine reale Verpflichtung, eine Verpflichtung als Mensch und Mitmensch. Dafür, für ihr unermüdliches Engagement für ein Miteinander, wurde Elisabeth Dörler erst im vergangenen Oktober mit dem Silbernen Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg ausgezeichnet.

„Elisabeth Dörler hat viele Brücken zwischen Christen und Muslimen gebaut, vor Ort in den Gemeinden und Städten, aber auch in den Pfarren und zwischen den Religionsvertretern. Eines von vielen schönen Beispielen war die Reihe ,Zeig mir, was dir heilig ist‘, für die sich Christen und Muslime gegenseitig in ihre heiligen Räume eingeladen haben. Gleichzeitig konnte Elisabeth auch in Krisensituationen mit ihrem Beziehungsnetz und ihren reichen Sachkenntnissen immer wieder zu guten Lösungen beitragen und brachte sich in der Entwicklung des Integrationsleitbildes des Landes mehrfach ein“, hebt Bischof Benno Elbs nur einige wenige markante Eckpunkte, die so untrennbar mir ihrer Initiatorin verbunden sind und die Erinnerung an sie weitertragen werden.

Beisetzung in Dornbirn-Rohrbach

Dr. Elisabeth Dörler verstarb heute nach schwerer Krankheit und wird am 23. Dezember,10.15 Uhr auf dem Friedhof Dornbirn-Rohrbach beigesetzt werden.