50 Jahre ist sie alt, die Diözese Feldkirch, und das wird heute im und um das Bregenzer Festspiel- und Kongresshaus gefeiert: von 10 bis 22 Uhr um genau zu sein. Das Schönste daran – es ist ein Geburtstagsfest von vielen für alle. Und gestartet wurde natürlich stilecht mit einem Wortgottesdienst mit Bischof Benno Elbs, Glückwünschen von Landeshauptmann Markus Wallner, strahlendem Sonnenschein und bereits rund 2500 Besucher/innen.

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Die vielen kleinen und größeren Stoßgebete, die in den vergangenen Tagen und Wochen aus allen Richtungen des Landes gen Himmel gesandt wurden, haben offensichtlich geholfen. Denn das „Fest am See“, das große Geburtstagsfest für die Diözese Feldkirch, startete heute bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. So, dass sich der Platz der Wiener Symphoniker, auf dem das Fest mit einem Wortgottesdienst eröffnet wurde, bald schon mit den eintrudelnden Gästen füllte. Ein echtes Sommerfest am See stand in den Startlöchern.


Die Bischöfe feiern mit „ihrer Diözese“

Zu aller Ausgelassenheit und Freude gehört aber auch der Dank und ein Kirchenfest wäre kein Kirchenfest ohne einen eröffnenden Gottesdienst. Dem stand Bischof Benno Elbs – in Anwesenheit seiner beiden Vorgänger im Amt, Bischof Klaus Küng und Bischof Elmar Fischer – vor. Vier Bischöfe kennt die noch junge Geschichte der Diözese Feldkirch. Dass drei von ihnen noch beim 50er „ihrer“ Diözese dabei sind, ist auch ein Zeichen der Verbundenheit mit dem Land und den Menschen, die darin seit fünf Jahrzehnten an ihrer Diözese mitbauen.


„Das Boot der Kirche ist immer unterwegs“

Natürlich gab es in den vergangenen 50 Jahren auch „stürmische“ Zeiten, Zeiten des Umbruchs und des Aufbruchs. Das betonte Bischof Benno Elbs auch in seiner Predigt, in der er – passend zum Ort – such auf den „Sturm auf dem See“ bezog. „Das Boot war schon immer Zeichen und Bild für die Kirche. Und der erste wichtige Punkt, den wir festhalten müssen: Dieses Boot war nicht am Ufer angekettet; auch der Anker war nicht ausgeworfen, sondern dieses Boot war unterwegs“. Auch der Sturm, der in der die Bibel die Jünger auf offener See überrascht, sei gleichzeitig Symbol für Gefahr und Herausforderung wie auch für Chance und Aufbruch. Diesen Aufbruch wage man gerade in diesem Jubiläumsjahr immer wieder neu. „Wir brauchen die Stürme des Lebens nicht zu fürchten. Der erste, entscheidende Schritt für jeden Aufbruch heißt: ,Leinen los!‘ In diese Richtung passiert gerade in unserem Jubiläumsjahr sehr viel an neuen, originellen, bewegenden Initiativen.“


Die Idee eines jungen Mannes, ein neues Gipfelkreuz

Der heutige Festtag ist gespickt mit Highlights, eines davon war sicher auch der bewegende Moment, in dem das neue Carl Lampert-Gipfelkreuz im Rahmen des Wortgottesdienstes vor dem Festspielhaus von Generalvikar Rudolf Bischof gesegnet wurde. Die Idee, anlässlich des Diözesanjubiläums ein neues Gipfelkreuz in den Bergen Vorarlbergs zu errichten, geht auf einen ehemaligen Zivildiener der „Jungen Kirche“ zurück. Er suchte nach „noch freien“ Gipfeln, beschäftigte sich mit dem Schicksal des seligen Carl Lamperts und überzeugte mit seinem Enthusiasmus immer mehr Mitstreiter/innen von seiner Idee. Nur wenige Wochen vor der Segnung des Kreuzes beim „Fest am See“ verunglückte er tödlich. Auch daran wurde erinnert und seiner gedacht.


Im Oktober geht’s aufs Kreuzjoch

Carl Lampert, der Priester aus Göfis, an den das neue Gipfelkreuz erinnert, war einer, der dem NS-Regime die Stirn bot, dafür inhaftiert, gefoltert und hingerichtet wurde. 2011 wurde er dafür in Dornbirn selig gesprochen. Ein kleines Kreuz aus Draht begleitete ihn während seiner letzten Tage. Diesem Kreuz ist das neue Gipfelkreuz nachempfunden, das im Oktober auf dem Kreuzjoch im Montafon errichtet wird. Der 26. Mai ist übrigens nicht nur der Tag, an dem die Diözese Feldkirch ihrer Geburtstag mit einem großen Fest für alle feiert, sondern auch der Primiztag des Seligen Carl Lamperts.

Unter den Klängen der Stadtkapelle Bregenz Vorkloster (Leitung: Thomas Gertner) die mit den Stimmen des Kirchenchores von Bregenz Herz Jesu (Leitung: Wolfgang Schwendinger) und dem Nofler Chörle (Leitung: Leo Summer) wetteiferte, klang der Eröffnungsgottesdienst schließlich aus und hob das „Fest am See“ an. 


Dank für „großartiges Engagement“

Den, wenn man so will, „weltlichen“ Teil, eröffnete schließlich Landeshauptmann Markus Wallner. In seinen Grußworten erinnerte er an die 185 Jahre andauernden Bestrebungen, das Vorarlberger Landesgebiet zu einem einheitlichen Bistum zusammenzufassen und natürlich an den Dezember 1968, als der Einsatz für die Errichtung einer eigenen Diözese in Feldkirch schließlich von Erfolg gekrönt war. „50 Jahre davor hat das Land Vorarlberg selbst seine Eigenständigkeit errungen“, hielt der Landeshauptmann fest. Zur Sprache brachte Wallner darüber hinaus das vielfältige Wirken der Diözese. „Das gesellschaftliche Leben in Vorarlberg wird von den zahlreichen Priestern, Ordensleuten, Diakonen, kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie den hunderten ehrenamtlich Tätigen sehr positiv beeinflusst“. Zudem würden von der Diözese Notleidende in den ärmsten Ländern der Welt unterstützt. Wallner: „Für das großartige Engagement danke ich im Namen des Landes ganz herzlich und wünsche zum Jubiläum alles Gute“.

Das Fest kann also beginnen.