Er ist rot, steht „im Weg“ und baut Schwellenängste ab. Denn auf der Dornbirner Herbstmesse (7. bis 11. September) gehen für den Carl Lampert-Container zum ersten Mal die Lichter an. Eintreten unbedingt erwünscht!

Dornbirn (PDF) Ein Seliger in spe im Container. Das mag vielleicht auf das erste Hinhören etwas unorthodox klingen und es passt doch – zu dem mutigen Mann aus Göfis, der keinen Millimeter von seiner Überzeugung abgewichen ist.
Auf der Dornbirner Herbstmesse hat er seinen ersten Auftritt, der Carl Lampert-Container. Das „sperrige Ding“, wie ihn Projektleiter Dr. Hans Rapp beschreibt. „Es passt zu Provikar Lampert und soll ganz bewusst ,im Weg stehen’“, gibt er einen ersten Hinweis darauf, was es mit dem Seligen im Container auf sich hat.

Ein sperriger Mensch

Carl Lampert, 1894 in Göfis geboren und 1944 in Halle an der Saale hingerichtet, hatte Mut. Er stand auf, wo Unrecht geschah und stand ein für die Menschen und die Kirche während einer Zeit, in der Mut lebensgefährlich sein konnte. Carl Lampert war, so Hans Rapp weiter, ein sperriger Mensch. Sperrig in dem Sinn, als dass er eben nicht einknickte und brav den Kopf vor der Macht des Nationalsozialistischen Regimes senkte. Haltungen, die heute immer noch aktuell und auch von uns allen gefordert sind. 

Der Container steht nun also auf der Dornbirner Herbstmesse „im Weg“. Er ragt in den Gang zwischen den Ausstellerkojen hinein. Ein Übersehen, ein Wegschauen ist unmöglich. Wer ihn und die Zeit, für die er steht, ausblenden will, muss seine Bahn verändern, muss ausweichen. Konfrontation und Denkanstoß sind die Stichworte, die der „Selige in der Box“ provoziert.

"Patron des Erinnerns"

Hans Rapp: „Der Mensch Carl Lampert hat es verdient, dass möglichst viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger ihn kennen lernen und von seinem Mut und seiner Standhaftigkeit erfahren. Carl Lampert steht für uns für alle Menschen, die Widerstand geleistet haben und die durch die Nationalsozialisten verfolgt wurden. Er ist für uns zu einem ,Patron des Erinnerns’ geworden. Deshalb stellen wir ihn auf der Herbstmesse vor. Ich freue mich auf die vielen Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen auf der Messe.“

Kommen wir ins Gespräch

Sinn und Zweck des Containers ist es aber nicht nur, den Weg der Masse zu versperren, sondern vor allem für Information und Gesprächsstoff zu sorgen. So wird der knapp sechs Meter lange und rund zwei Meter hohe Baucontainer von jenen Menschen begleitet, die am und für das Projekt arbeiten. Eine gute Gelegenheit also, einmal hinter die „Kulissen“ einer Seligsprechung zu blicken.