Die Diözese Feldkirch übernimmt das ehemalige Schülerwohnheim der Herz Jesu Missionare in Bregenz – und sorgt damit wieder für Jugend in den alten Mauern. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt wird das Haus in der Bregenzer Römerstraße von rund 40 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen bezogen.

Ein Haus für Kinder und Jugendliche

Laufen derzeit auch noch die feuerpolizeilichen Abklärungen bzw. kleinere Adaptions- und Umbauarbeiten, so soll das Haus in der Bregenzer Römerstraße spätestens bis Weihnachten bezugsfertig sein. 50 Jahre lang stand es als Wohnheim für jeweils rund 50 Jugendliche, meist Schüler der HTL-Bregenz, zur Verfügung. In den vergangenen Jahren war der Bedarf an Schülerunterbringen allerdings gesunken, sodass sich der Orden schließlich dazu entschieden hatte, das Haus zu schließen.

„Als Haus für die Jugend erhalten“

Nun zieht sich der Orden ganz aus Vorarlberg zurück und übergab das Haus, das seit nunmehr 5 Jahren leer stand, der Diözese Feldkirch. „Mit der Übernahme des Hauses haben wir eine Win-win-Situation für beide Seiten geschaffen. Dem Orden war es ein Anliegen, dass das Haus in kirchlichem Besitz bleibt und wir können so Platz schaffen für rund 50 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Wenn man so will, bleibt das Haus so als ein Haus für die Jugend erhalten“, erklärt der Finanzkammerdirektor der Diözese Feldkirch, MMag. Andreas Weber.

Außen Villa – innen Zweckbau

Das Haus, das äußerlich ganz im Stil einer eleganten Villa gehalten ist, bietet in seinem Inneren bescheidene aber zweckmäßige Wohn-, Schlaf- und Sanitäreinrichtungen. Im angrenzenden Garten ist Platz zum Fußball spielen sowie das sogenannte Jägerhaus, das weiteren Raum für 5-10 Personen bietet.

Vom Krieg zurück in den Alltag finden

Die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge unterscheidet sich in einigen Punkten von der Betreuung volljähriger Flüchtlinge. So werden in Bregenz u. a. rund um die Uhr Betreuungspersonen anwesend sein, die den von Krieg und Flucht traumatisierten Kindern und Jugendlichen dabei helfen, wieder in eine geregelte Alltagsstruktur zu finden.

Derzeit sind rund 190 Frauen und Männer in rund 17 kirchlichen Wohnungen und Einrichtungen untergebracht. Weitere Möglichkeiten werden derzeit noch überprüft und auf ihre Nutzbarkeit abgeklärt.

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