Leben im Sterben, Konfrontation und Aufforderung zugleich. Kann man sterben lebenswert gestalten? Für die Hospizbewegung findet sich die Antwort im Verständnis, Sterben und Leben als eine untrennbare Einheit zu sehen. Leben bewegt sich zwischen Geburt und Tod. Beides sind Ereignisse die jeder von uns erlebte und erleben wird.

Du bist wichtig, einfach weil du du bist.
Du bist bis zum letzten Augenblick deines Lebens wichtig.
Und wir werden alles tun, damit du nicht nur Frieden sterben,
sondern auch LEBEN kannst bis zuletzt.


Cicely Saunders

Von Christine Palm
Caritas Hospizbewegung


Bei der Geburt erleben wir Gefühle der Freude über diesen neuen Menschen, der uns braucht, um sich sicher, geborgen und angenommen zu fühlen. Ganz andere Gefühle erleben wir beim Sterben und dem Tod eines Menschen: Es sind Gefühle von Hilflosigkeit, Trauer, Wut und Schuld.

Bei der Geburt eines Kindes ist es ganz selbstverständlich, Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die Hebamme begleitet Mutter und Kind bis zur Geburt, bei der Geburt und im Wochenbett. Am Lebensende möchte die Hospizbewegung – im Sinne einer Hebamme – Betroffenen und deren Familien helfen, das Leben bis zuletzt lebenswert zu gestalten. Wir möchten eine bewusste Haltung zu Sterben, Tod und Trauer in unserer Gesellschaft fördern, in der Sterben als Teil menschlichen Lebens akzeptiert werden kann.

Leben bis zuletzt.  Darum geht es in der Hospizarbeit  – ganz im Sinne des Leitsatzes von Cicely Saunders, der Begründerin der Hospizbewegung: "... nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben". Wenn alle therapeutischen Mittel im Sinne einer Genesung erschöpft sind, sind wir längst nicht am Ende unserer Möglichkeiten. Wir können viel tun, was schwer kranken Menschen, Sterbenden und ihren Angehörigen wohl tut: lindernde Medizin und Pflege, eine einfühlsame Begleitung,  Raum schaffen für Gefühle, für Fragen und Klärungen, für Tröstliches. Noch einmal lässt sich spüren, was das Leben schön und kostbar macht: Zuwendung, Freundschaft und Liebe. Es geht darum Möglichkeiten zu schaffen, um noch einmal gemeinsam zu leben und gemeinsam zu er-leben.

Sterben ist ein Teil des Lebens. Sterbende Menschen sind Lebende und verdienen alle Unterstützung und Hilfe die wir ihnen geben können. „Leben“ bis zuletzt ist möglich, wenn die Bedingungen entsprechend gestaltet werden. 

Termintipp in der "Woche für das Leben":
Vortrag: Das Geschäft mit der Abtreibung

Alle Termine der "Woche für das Leben" finden Sie in der Übersicht.