Eigene Trinkflaschen und Stofftaschen in den Urlaub mitnehmen, die kleinen Shampooflaschen in Hotels nicht verwenden, Souvenirs bewusst kaufen: Diese und weitere Tipps gibt Corinna Amann, Plastikfrei-Pionierin in Vorarlberg und Inhaberin eines plastikfreien Ladens in Satteins.

Wir verbringen momentan die schönste Zeit im Jahr - leider oft auf Kosten der Umwelt. Mit einigen Vorbereitungen und Kniffs kann jedoch jede und jeder, ihren/seinen persönlichen Müllberg und CO2-Fußabdruck im Urlaub schrumpfen lassen. Corinna Amann aus Satteins verzichtet seit vier Jahren auf Plastik und lebt auch sonst sehr sparsam, was Müll betrifft. Den Familienurlaub versucht sie, so müllfrei wie möglich zu gestalten.

Anbieter von nachhaltigem Urlaub

Ein umweltfreundlicher Urlaub beginnt bei der Planung. Nicht nur, womit man zum gewünschten Domizil gelangt - muss es wirklich das Flugzeug oder Auto sein? - sondern auch mit der Auswahl der Unterkunft. „Mittlerweile gibt es einige Anbieter, die sich auf Nachhaltigkeit spezialisiert haben“, sagt Corinna Amann. Diese verwenden Ökostrom, schonen Ressourcen, achten auf Müllvermeidung etc. Einer dieser Anbieter ist www.bookitgreen.com und wird von Corinna Amann empfohlen. Ein anderer ist www.forumandersreisen.de.

Ist der Urlaub bereits anderweitig gebucht - kein Thema, Müll kann dennoch gespart werden. Corinna Amann kennt da so einige Tricks. Trinkflaschen, Stofftaschen für Einkäufe und andere Behältnisse für Lebensmittel an den Urlaubsort mitnehmen. In Italien und Frankreich, wo Amanns gerne ihre Ferien verbringen, seien viele Sachen oftmals noch mehr verpackt als bei uns. Das alles lässt Corinna Amann links liegen, marschiert zum Markt, erfreut sich dort an den Farben, der Lebendigkeit - und der Tatsache, dass die Waren offen, also unverpackt, feilgeboten werden. Nichts wie rein damit in die mitgebrachten Taschen und Dosen! 

Becher und Besteck selbst mitnehmen

Wer einen wiederverwendbaren Becher und eine Brotzeitdose in ihr/sein Gepäck legt, ist nicht auf Einweg-Kaffeebecher und eingewickelte Sandwiches im Urlaub angewiesen. Snacks können vor Ort mit frischen, regionalen Zutaten selbst zubereitet werden - das ist oft billiger und gesünder. Wer öfters an einem Stand oder in einem Fast-Food-Restaurant isst, sollte ein eigenes Reisebesteck und Stoffservietten mitnehmen.

In Corinna Amanns Toilettentasche kommt nichts hinein, was von Plastik umhüllt ist: In ihrem Kulturbeutel finden sich eine Bambuszahnbürste, Zahnputzpulver, ein festes Shampoo, das sie als Duschgel und Haarshampoo verwendet und eine Seife. Die junge Mutter stellt - abgesehen von der Zahnbürste - alles selbst her. Die Produkte sind aber auch im Handel erhältlich. Ein weiterer Vorteil einer derartig bepackten Toilettentasche: Nichts darin ist flüssig, sie kann bei einem Flug problemlos im Handgepäck transportiert werden. Apropos Flugzeug: Corinna Amann fliegt zwar kaum, aber wenn doch, lässt sie sich das Ticket digital aufs Handy zusenden. Und schon ist wieder ein Ausdruck gespart.

Abbestellen, nicht verwenden

Wer ins Restaurant essen geht, sollte bei der Bestellung bitten: „Keine Plastikhalme“. Viele Hotels bieten kleine Shampoo- und Körperlotion-Fläschchen an. Diese ungeöffnet stehen lassen, stattdessen die eigenen Produkte verwenden.

Corinna Amann warnt vor dem Kauf von Souvenirs: Sie sind oft in Plastik verpackt und nicht selten prangt auf ihnen der Aufkleber „Made in China“. Sie sind also gar nicht vor Ort gemacht. Man habe die Tendenz, viel zu viele Sachen mit nach Hause zu nehmen, wo sie dann eh nur verstauben. „Lieber ein gutes Olivenöl, tolle Gewürze oder etwas vom lokalen Handwerk mitbringen“, meint Corinna Amann.

Wer nicht nur Abfall vermeiden, sondern konkret etwas gegen die Verschmutzung tun möchte, kann am Strand Müll aufsammeln. Das ist dann quasi die Profigeschichte, wie Corinna Amann sagt.

Zum Weiterlesen

Mehr zu Corinna Amann, ihrer plastikfreieren Lebensweise und ihrem plastikfreien „Lädile“ unter www.plastikfreier.com

(aus dem Vorarlberger KirchenbLatt nr. 32/33 vom 8./15. August 2019)