Heuer jährt sich der Einsturz der Textilfabrik von Rana Plaza mit tausenden Toten und Verletzten zum fünften Mal – und noch immer ist die (Todes-)Gefahr nicht überall gebannt.

„To die for“ meint auf Englisch so viel wie „unwiderstehlich“ oder „grandios“ und wird für alles verwendet, was auf Neudeutsch auch „Must-have“ heißt: „To die for swimwear“ oder „to die for clothing“ wären also Badeanzüge bzw. Klamotten, die so großartig sind, dass ein Weiterleben ohne sie im Kasten schlichtweg undenkbar ist. Dass mitunter tatsächlich Menschen ihr Leben lassen für diese Sachen… ups!

Ohne uns?

Fünf Jahre nach dem Einsturz des Textilfabrikgebäudes von Rana Plaza mit über 1.100 Toten und mehr als 2.000 Verletzten ist es mit der Sicherheit in der Textilindustrie vielerorts nicht weit her. Zwar einigten sich im Mai 2013 internationale Bekleidungsunternehmen und Gewerkschaften auf ein rechtlich bindendes Abkommen („Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh“, kurz Accord), um Sicherheitsmängel in Zulieferfabriken in Bangladesch systematisch zu beheben – aber nur rund ein Zehntel der überprüften Fabriken hätten alle beanstandeten Mängel behoben, erklärt Gertrude Klaffenböck von der Clean Clothes Kampagne. Im Mai dieses Jahres läuft das Abkommen aus. Clean Clothes appelliert darum inständig an alle Unternehmen, die Bekleidung aus Bangladesch beziehen, das Folgeabkommen zu unterzeichnen – und zwar auch hierzulande. „Auf der Liste der Unterzeichner ist kein österreichisches Unternehmen zu finden“, kritisiert Klaffenböck – obwohl sich das Importvolumen von Kleidung aus Bangladesch seit 2010 auf 660 Millionen Euro verdreifacht habe.

Hierzulande sei es vor allem die Österreichischen Entwicklungsbank (OeEB), die sich ausdrücklich für bessere Verhältnisse einsetze: Im Rahmen eines Finanzierungsprojekts mit der City Bank in Bangladesch würden nur kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unterstützt, die Accords ratifiziert haben. Damit leisten indirekt SteuerzahlerInnen einen Beitrag zur Verbesserung der Verhältnisse, sagt Klaffenböck: „Wir erwarten, dass endlich auch die Unternehmen nachziehen“, verlangt die Clean Clothes Kampagne in einem offenen Brief.

Unser täglich Häs gib uns heute...

Die Frage, wem wir unser täglich Häs zu verdanken haben, darf sich allerdings jede und jeder stellen – nicht nur in der laufenden „Fashion Revolution Week“: Vom 23. bis 28. April 2018 finden auf fünf Kontinenten und unter dem Hashtag #whomademyclothes Aktionen statt, die die Herkunft von Kleidung kritisch beleuchten.

Dabei ist das mit der „guten“ Kleidung eigentlich ganz einfach:

  • Vorhandenes wird so lange getragen wie es gut ist – und nicht nur bis zum nächsten To-die-for-Trend. Oft hilft Upcycling: Aus der zerschlissenen Jeans wird eine Shorts, aus dem Männeroberhemd ein neues Top. Ideen gibt es z. B. auf dawanda.de.

Wenn es doch mal etwas Neues sein „muss“, gibt es zwei Optionen:

  • Kleidung aus Biobaumwolle und fairem Handel – das Angebot ist inzwischen riesig. Eine gute Übersicht über nachhaltige Labels gibt es auf den Seiten fairwear.org. und utopia.de,
  • oder: Second-Hand-Mode, die man hierzulande in den carla-Shops der Caritas Vorarlberg findet, auf Kleidertauschparties – zum Beispiel am 4.6. im Bildungshaus St. Arbogast, in Tauschgruppen auf Facebook oder auf Plattformen wie Kleiderkreisel. All diese Anlaufstellen sind übrigens auch ideal, um die eigene, noch tragbare Kleidung wieder in den Kreislauf zu schicken.

Faires beim Fest

Übrigens: Beim Fest am See am 26. Mai erleben Sie um 14:30 und 15:30 Uhr eine Fair-Trade Modenschau mit indischer Mode (Ort: 50-Jahr-Markt „INIGÜXLA“).

Quelle: Clean Clothes / red