Nach neun Wochen Pause ist der Wiedereinstieg oft gar nicht so einfach. Birgit Satke, Leiterin von "Rat auf Draht", weiß, wie es besser klappen kann.

Positives Einstimmen

Stimmen Sie Ihr Kind positiv auf die Schule ein, indem Sie den Fokus auf die schönen Aspekte legen – zum Beispiel, Freunde wiederzusehen und Interessantes zu lernen. Vielleicht teilen Sie auch schöne Erinnerungen an Ihre eigene Schulzeit mit Ihrem Kind. Vermeiden Sie auf alle Fälle negativ belegte Sätze wie "Nun weht wieder ein anderer Wind.“ oder "Das werden sie dir in der Schule schon austreiben."

Stoff wiederholen

Die letzten Ferientage sollten dazu genutzt werden, nochmal einen Blick in die Hefte des vergangenen Schuljahres zu werfen. Wer sich die wichtigsten Schwerpunkte in Erinnerung ruft, hat einen besseren Start und verhindert, gleich am Anfang den Anschluss zu verlieren oder sich überfordert zu fühlen.

Schulsachen gemeinsam vorbereiten

Der Schulbeginn bringt meist eine lange Liste an benötigten Utensilien mit sich. Machen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine gründliche Bestandsaufnahme. Viele Dinge kann man aus vorherigen Schuljahren weiterverwenden. Beziehen Sie Ihr Kind auch in die Besorgung von neuen Schulsachen mit ein. Es hat vielleicht Spaß daran, sich Farbe oder Modell der neuen Utensilien auszusuchen und wird sie dann später auch lieber verwenden.

Gute Lernbedingungen schaffen

Mit der Schule kommen auch Hausaufgaben und Lernstoff. Dafür ist eine gute Lernumgebung wichtig. Am Ende der Ferien sollte der Schreibtisch bereit und aufgeräumt sein. Ausreichend Platz und Licht sind für ein ordentliches Erledigen der Hausübungen essenziell. Achten Sie darauf, dass der Tisch nicht mit anderen Dingen beladen ist, die ablenken und zum Spielen verleiten.

Auf den nächsten Tag vorbereiten

Um in der Früh Stress zu vermeiden, sollte der kommende Schultag bereits am Vortag vorbereitet werden. Besonders Schulanfänger/innen, aber auch ältere Kinder, brauchen dabei Ihre Unterstützung. Besprechen Sie am Abend gemeinsam den nächsten Tag und helfen Sie Ihrem Kind am Anfang beim Packen der Schultasche. Oft sind Check-Listen hilfreich, anhand derer man überprüft, ob alles da ist.

Tagesrhythmus finden

Passen Sie den Tagesablauf an das Schulleben an. Achten Sie darauf, wie viel Schlaf Ihr Kind braucht, um in der Früh ausgeschlafen zu sein, und richten Sie die Bettgehenszeit danach. Für den Morgen sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Optimal ist ein gemeinsames Frühstück, bei dem der neue Tag besprochen werden kann.

Schulkalender führen

Hängen Sie einen Kalender auf, in dem Sie gemeinsam mit Ihrem Kind laufend alle wichtigen Termine wie Wandertage, Schularbeiten oder den Schulfotografen eintragen. So behält die ganze Familie den Überblick.

Leistungsdruck vermeiden

Üben Sie keinen Erfolgsdruck auf Ihr Kind aus und loben Sie positive Leistungen. Sollten Sie Schwierigkeiten bemerken, reden Sie mit Ihrem Kind darüber und bieten Sie Hilfestellungen an. Auch ein Gespräch mit der Lehrerin oder dem Lehrer kann helfen, die schulischen Probleme des Kindes besser zu verstehen. Auf jeden Fall sollte Ihr Kind wissen, dass Sie als Elternteil hinter ihm stehen, unabhängig von Schulnoten.

Gesunde Jause

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Achten Sie darum auf eine gesunde Jause und vermitteln Sie ihren Kindern ein ausgewogenes Ernährungsverhalten. Seien Sie dabei ein gutes Vorbild. Wenn Sie selbst Fast Food zelebrieren, liegt es nahe, dass auch Ihre Kinder den zumeist ungesunden Snacks zusprechen.

Freizeit für Erholung lassen

Manche Kinder erledigen ihre Hausübung sofort wenn sie nach Hause kommen, andere brauchen erst eine Pause. Wichtig ist, dass genügend Zeit für Erholung bleibt. Kinder brauchen Zeit, um die Geschehnisse in der Schule zu verarbeiten und sich zu regenerieren. Achten Sie darauf, ob Ihr Kind direkt nach der Schule die nötige Energie und Konzentration für die Hausübung hat. Wenn es zu unruhig ist, klappt es nach ein bisschen Spielen und Abschalten vielleicht besser.

Quelle: Rat auf Draht