"Fridays for Future“ erhalten mittlerweile Unterstützung einiger Allianzen, u.a. von „Religions for Future“. Religiöse Traditionen wie Dankbarkeit, Demut und Gerechtigkeit können wichtige Haltungen im Umgang mit der Natur vermitteln, erklären die Initiatoren. Neben der Allianz engagieren sich weitere kirchliche Aktionen und Organisationen für den Klimaschutz.

Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften in Österreich – Katholik/innen, Protestant/innen, Muslim/innen und Buddhist/innen - haben sich zusammengeschlossen und eine gemeinsame Grundsatzerklärung erarbeitet. Darin heißt es: „Wir teilen die Sorge um das gemeinsame Haus der Erde und tragen Mitverantwortung für dessen Erhaltung in gutem Zustand. Wir sind überzeugt: Das Ökosystem Erde hat einen einzigartigen Wert. Es ist nicht allein für uns Menschen da, sondern dient allen Lebewesen als gemeinsamer Lebensraum. Religiöse Traditionen können wichtige Haltungen im Umgang mit der Natur vermitteln: Dankbarkeit und Achtsamkeit, Bescheidenheit und Gerechtigkeit, Demut und Geschwisterlichkeit.“

Forderung an die Politik

Von politischen Verantwortungsträgern erwartet der Zusammenschluss einen Strukturwandel hin zu einer ökosozialen Politik und Wirtschaftsordnung. Der Schutz der Schöpfung liege aber in der Verantwortung Aller: „Wir bitte alle Menschen, einen achtsamen Umgang mit der Natur zu pflegen, auch wenn dieser persönliche Einschränkungen mit sich bringen mag", heißt es in der Erklärung. Schließlich gehe es um nichts Geringeres als die Zukunft der jungen Generation.
Ein besonderes Augenmerk richten „Religions for Future“ auf diejenigen Menschen, die wegen Armut, Krankheit oder Diskriminierung am verletzlichsten und von den Gefahren der Klimakrise am meisten bedroht sind.

Wer sich mit der Allianz solidarisieren möchte, kann die Grundsatzerklärung unter www.schoepfung.at unterschreiben. In der Erklärung ruft „Religions for Future“ führende Personen in den Religionen auf, sich in Wort und Tat mit aller Kraft für den Erhalt der Erde einzusetzen.

Es tut sich was

Innerhalb der Kirche tut sich aber noch einiges mehr in Sachen Klimaschutz: Seit 1. September etwa läuft die fünfwöchige Schöpfungszeit, während der sich Gläubige auf der ganzen Welt für den Schutz unserer Erde einsetzen. Erst unlängst hat sich die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) für die Einführung eines Öko-Bonus ausgesprochen: Jene, die weniger fossile Energie verbrauchen, sollten dafür belohnt werden, so die KAÖ, Österreichs größte katholische Laienorganisation.

Zugute komme eine solche Maßnahme vor allem Familien und Geringverdienern, denn diese verbrauchten in der Regel auch weniger Energie. „Es ist sehr wichtig, dass Maßnahmen gegen den Klimawandel sozial verträglich gestaltet werden“, erläuterte der Präsident der KAÖ, Leopold Wimmer. „Es wäre ein Gewinn für das globale, das nationale und das soziale Klima.“ Zugleich spricht sich die Organisation auch für eine Besteuerung von Energie aus fossilen Brennstoffen und eine Streichung umweltschädlicher Subventionen aus.

Letzten Platz hinter sich lassen

Leopold Wimmer richtete sich in einer Aussendung an die Politik und forderte darin alle Parteien auf, die vorgelegten Modelle endlich ernsthaft zu diskutieren. Mit Maßnahmen wie dieser könnte Österreich seinen letzten Platz beim Klimaschutz in Europa hinter sich lassen. Und: „Es geht beim Klimaschutz auch darum, dass Österreich auf diesem Gebiet Gefahr läuft, den technischen sowie wirtschaftlichen Anschluss und damit Arbeitsplätze zu verlieren.

An alle Gläubigen appellierte Leopold Wimmer, den sorgfältigen Umgang mit Gottes Schöpfung nicht zum Nebenthema zu machen. „Hier geht es um unsere Verantwortung für uns selbst, unsere Mitmenschen, unsere Nachkommen und die gesamte Mitwelt. Wir müssen diese Verantwortung auch von der Politik einfordern.“

Früchte tragen

Auch der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKO) engagiert sich zum Thema Klimaschutz. Vorgestern - Mittwoch, 11.9. - wurde ein Gottesdienst des ÖRKO in der Wiener Reformierten Stadtkirche gefeiert, der unter dem biblischen Motto „Salz der Erde“ stand. Dabei wurde der gemeinsame Einsatz der Kirchen in Österreich für den Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung bekräftigt. Der orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic bekundete in seiner Predigt u.a. seine Hochachtung vor Greta Thunberg: „Man konnte sich im Leben nicht vorstellen, dass da ein junges Mädchen in der europäischen Vollversammlung empfangen wird und vor hunderten Doktoren und Sachexperten spricht und alle hören artig zu.“ Er hoffe sehr, dass das Werk von Greta Thunberg Früchte trage.

Quelle: kathpress.at (1 | 2 | 3) / red