Und wenn es nur das wäre, was sie schafft, könnte sie stolz sein: Greta Thunberg ist es gelungen, dass sich Vertreter sämtlicher großer Religionen in Österreich hinter die Anliegen ihrer Inititaitve stellen. Und Sie können das auch!

Wer ist Gott – und wenn ja: Wie viele? Wann, wie oft und wo wird gebetet? Was darf wie gegessen werden? Es gibt manches, das die großen Weltreligionen voneinander unterscheidet. Und noch mehr, das sie eint. Darunter: Die Sorge um die Zukunft unserer Erde– und Sympathien für die Fridays-for-Future.
Unter dem Motto „Religions for Future“ solidarisieren sich österreichische Vertreter aus katholischer und evangelischer Kirche A.B., altkatholischer und evangelisch-methodistischer Kirche, sowie aus Buddhismus und Islam mit der von der jungen Schwedin Greta Thunberg initiierten Klimastreik-Bewegung. Klimaschutz sei allen Religionen und Konfessionen ein Anliegen, erklärte Moraltheologe Michael Rosenberger, Anstoßgeber der Initiative, gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur „Kathpress“. Ziel sei es, führende Persönlichkeiten aus Kirche und Politik zu einem längst überfälligen Strukturwandel hin zu einer ökosozialen Politik und Wirtschaftsordnung zu motivieren.

Umdenken JETZT!

Politik und Gesellschaft dazu zu bewegen, jetzt einschneidende Maßnahmen zum Schutz des globalen Ökosystems zu ergreifen, nannten die insgesamt fünf Initiatoren von „Religions for Future“ – darunter neben Rosenberger auch Hemma Opis-Pieber, Umweltbeauftragte der Diözese Graz und Sprecherin der kirchlichen Umweltbeauftragten Österreichs – als ihren Hauptantrieb.

Konkret wolle man eine höhere Besteuerung von Energie- und Ressourcenverbrauch sowie klimaschädlicher Investitionen erreichen, erläuterte Rosenberger. Gleichzeitig sei eine Entlastung und Unterstützung der Ärmsten dringend notwendig. Eine ökosoziale Politik und Wirtschaftsordnung würde das aktuelle Negativbeispiel für eine einseitig gedachte Öko-Steuer wie in Frankreich verhindern. Dort hatte die höhere Besteuerung fossiler Kraftstoffe, die v.a. niedrig verdienende Menschen benachteiligt hätte, zu heftigen Proteste der sogenannten „Gelbwesten“-Bewegung geführt.

Der Ruf nach einer ökosozialen Steuerreform ist ebenfalls eine Forderung des Klimavolksbegehrens, das letzte Woche vorgestellt wurde. Das Volksbegehren wird sowohl von der Katholischen Aktion als auch von den kirchlichen Umweltreferenten unterstützt.
Es gibt außerdem eine Erklärung der „Religions for Future“, die jede/r zu unterzeichnen eingeladen ist, der sich mit den Zielen der Initiative identifizieren kann.

Auch die österreichischen Bischöfe sind aufgerufen, das zu tun und die Umweltbeauftragten ihrer Diözesen noch stärker zu unterstützen. Zwar sei seit der Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus innerhalb der katholischen Kirche „einiges in Gang gesetzt“ worden, aber „wir dürfen die Hände nicht in den Schoss legen“, forderte der an der Katholischen Privatuniversität Linz lehrende Rosenberger.

Postkarten fürs Parlament

Parallel setzt sich die Katholische Jugend und Jungschar für den Wandel ein: „Geprägt von der biblischen Schöpfungserzählung und bestärkt durch die Enzyklika ‚Laudato si‘ sehen wir von der katholischen Jugend und Jungschar uns ermutigt, dringend notwendige Veränderungen in den ökologischen, sozialen und ökonomischen Bereichen unserer Gesellschaft anzustoßen.“ Dazu wurde eine Postkartenaktion ins Leben gerufen, die den Mitgliedern des österreichischen Nationalrats in Wien begreifbar machen soll, wie die Jugend zu allzu zahnlosen Änderungsideen steht. Mehr dazu hier »

Quelle: kathpress.at / schoepfung.at / red