Genaue Zahlen kennt niemand – aber vielleicht braucht es die auch gar nicht: Jedes einzelne Kind, das auf der Straße leben muss, ist eins zu viel, betont die Organisation „Jugend eine Welt“ und setzt sich auch heuer mit allen Mitteln für sie ein.

Am 12. April zum Beispiel, wenn der Fokus auf den Straßenkindern Afghanistans liegt. 60.000 sind es nach UNICEF-Schätzungen allein in der Landeshauptstadt Kabul, vielleicht auch 100.000. Wie gesagt: belastbare Daten gibt es nicht. Außer zu den Umständen, denen sie dort ausgesetzt sind: Hunger, Drogen, Missbrauch, Tod. „Jeden Tag gibt es Berichte, dass Kinder entführt, verkauft und sexuell missbraucht wurden“, wird Sadiq Sadiqi, Sprecher des afghanischen Innenministeriums, in der Presseaussendung von Jugend Eine Welt zitiert. Afghanistan – das Land, in das EU-Staaten verstärkt Flüchtlinge zurückschicken.

Schritt Eins: Aufmerksamkeit

Wenn es nach dem übergeordneten „Consortium for Street Children“, kurz CSC ginge, das sich als größte NGO-Plattform auf internationaler Ebene für Straßenkinder einsetzt, würde der 12. April künftig UN-Gedenktag für Straßenkinder und damit auch ein berichterstatterischer Pflichttermin. Die fehlende (Medien-)Aufmerksamkeit macht es den Kindern schließlich noch schwerer als es ohnehin schon ist.

Dabei stehen die Zeichen gut, dass sich noch in diesem Jahr etwas bewegt: Im Mai soll in Genf eine neue UN-Richtlinie („General Comment“) zum Schutz von Straßenkindern verabschiedet werden, die für alle Vertragsstaaten der UN-Kinderrechtskonvention gültig wäre.

Bildung, Gesundheit, Obdach

Bis dahin hängt viel am Engagement von Initiativen wie Jugend eine Welt, die mit Informationskampagnen und gesammelten Spendengeldern schon jetzt nachhaltig etwas verändern. Sie unterstützen so Bildungsprojekte, Kinderdörfer im Gedenken an den Jugendschutzheiligen Don Bosco oder medizinische Grundversorgung – heuer übrigens schon im 20. Jahr.

Was Sie selbst tun können? Spenden – klar. Und zwar nicht nur lautlos per Überweisung, sondern durch öffentlichkeitswirksame Aktionen. Jugend eine Welt hat viele gute Ideen von Flohmarkt bis Schuhputzinitiative gesammelt – schauen Sie doch einmal hier.

Auf dass es immer weniger und weniger Kinder werden, die das Schicksal auf die Straßen treibt.