100 Millionen Euro. Das, sagen Caritas und Diakonie, sei das mindeste, was wir in Österreich für die Menschen im globalen Süden tun können, wo die Corona-Pandemie wütet und nicht nur gesundheitliche Schäden hinterlässt.

Hören Sie mal…. Hören Sie was?
Nein? Alles ruhig?

Komisch. Dabei sollte man meinen, dass diese himmelschreiende Ungerechtigkeit bis hierhin durchdringt. Denn die Corona-Pandemie ist nicht nur eine gesundheitliche Katastrophe. In den Ländern des Südens drohe auch eine humanitäre und wirtschaftliche Katastrophe infolge des Virus und Lockdowns – „mit Auswirkungen auch auf Österreich“, warnte der Caritas-Generalsekretär für Internationale Programme, Andreas Knapp. Vielen Ländern fehlten Finanzmittel und Strukturen, um die Folgen der Pandemie abzufedern. Und: „Bestehende Krisen werden zusätzlich verschärft“, wies Knapp hin. Durch Lockdowns drohten Hunger, Unruhe, Gewalt und Instabilität. Diese könnten ein Nährboden für Kriege, Konflikte und Terror sein, so der Caritas-Verantwortliche. Die absehbaren Folgen: Leid, Migration, sterbende und flüchtende Menschen.

Knapp verwies auf Schätzungen der UNO, wonach bis zu 500 Millionen Menschen zusätzlich verarmen könnten. Dadurch würde die Zahl derjenigen, die als extrem arm gelten, auf weit über eine Milliarde ansteigen.

Helfen wir jetzt!

Eine Soforthilfe in Höhe von 100 Millionen Euro für Länder des globalen Südens haben die Caritas und die Diakonie angesichts der dort besonders dramatischen Folgen der Coronakrise gefordert. Zusätzlich müssten – wie im Regierungsprogramm vorgesehen – die österreichischen Entwicklungshilfeleistungen ab 2021 ausgebaut werden, um langfristige Folgen der Pandemie abzufedern, hieß es am Dienstag in einer gemeinsamen Aussendung der beiden kirchlichen Hilfsorganisationen. Dass die im Budgetentwurf vom März angekündigten Erhöhungen für die Hilfe vor Ort beim Parlamentsbeschluss am Donnerstag in die Tat umgesetzt werden sollen, wäre „ein wichtiger erster Schritt. Es müssen aber noch viele weitere folgen“, so Caritas und Diakonie.

Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser betonte, dass es sich bei der Covid-Krise um eine Pandemie – also ein weltweites Problem, das nur weltweit zu lösen ist – handle. „Österreich muss jetzt dringend mithelfen, fragile Staaten zu stärken und arme Länder der Welt solidarisch zu unterstützen.“ Wer seinen international vereinbarten Pflichten nicht nachkomme, erhöhe das Risiko weiterer Krisen“, argumentierte Moser. Präventivmaßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie sowie Initiativen zur Abschwächung der Folgen und zur Stabilisierung in Ländern des Südens seien somit dringend nötig.

Caritas und die Diakonie schlossen sich mit ihrer Forderung eines 100-Millionen-Rettungspakets der „AG Globale Verantwortung“ an, des Dachverbandes von 35 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe. Die Erhöhungen für die Hilfe vor Ort, die mit dem Budget am Donnerstag beschlossen werden soll, seien noch vor der Coronakrise verhandelt worden – in Unkenntnis der Pandemie-Folgen auf den globalen Süden. Es müsse nachgebessert werden, um die verheerenden Auswirkungen für Menschen und Wirtschaft in Entwicklungsländern zu mildern, so Geschäftsführerin Annelies Vilim: „Covid-19 kennt keine Grenzen. Wir besiegen die Pandemie weltweit oder gar nicht.“

Quelle: kathpress.at / red