Eben noch war man froh die geforderte Asylquote erfüllt zu haben, schon gehören diese Zahlen wieder der Vergangenheit an. Nach Angaben des Innenministeriums bildet Vorarlberg im Bundesländervergleich mit 89,2 Prozent das Schlusslicht. 169 Plätze bedeutet das in realen Zahlen. “Es ist natürlich das Ziel, die Quote wieder zu erfüllen”, bestätigt Martin Fellacher von der Flüchtlings- und Migrantenhilfe der Caritas Vorarlberg, die Quartiersuche gestalte sich jedoch schwierig. In rund jeder zweiten Gemeinde gibt es derzeit eine Unterkunft für Asylsuchende - die Unterbringung von Asylsuchenden in mobilen Unterkünften sei aber dennoch kein Thema.

Seit Tagen prasselt der Regen unablässig vom Himmel - schön, wenn man ein warmes und trockenes Zuhause hat, in dem man es sich gemütlich machen kann. Weniger schön, wenn man - so wie viele Flüchtlinge - in einer der Zeltstädte in Salzburg, Linz oder Thalham wohnt. "Das ist kein haltbarer Dauerzustand", kritisiert Innenministerin Johanna Mikl-Leitner deren Zustand, denn immer mehr weiche der Boden auf, werde Matsch in die Zelte reingetragen.

Die Quote
Fixe Unterkünfte für Asylwerber sind in Österreich derzeit Mangelware, in den überfüllten Erstaufnahmezentren in Traiskirchen und Thalham warten Flüchtlinge darauf, ein fixes Quartier zu bekommen. Auch wenn es die Betreuungsquote für Flüchtlinge offiziell eigentlich nicht mehr gibt, wird insgeheim doch Buch darüber geführt.Während Länder wie  Wien (111,9 Prozent), Niederösterreich (100 Prozent) und die Steiermark (100,6 Prozent) gut "im Rennen liegen" sind länder wie das Burgenland (98,3 Prozent), Oberösterreich (97,2 Prozent) und Tirol (95 Prozent) liegen gut. Vor allem Kärnten (91,1Prozent), Salzburg (91 Prozent) und Vorarlberg (89,2 Prozent) säumig.

Ziel: Quote wiede erfüllen
“Es ist natürlich das Ziel, die Quote wieder zu erfüllen”, spricht Martin Fellacher von der Flüchtlings- und Migrantenhilfe der Caritas Vorarlberg die 169 fehlenden Plätze an. Die Quartiersuche gestalte sich jedoch schwierig. Derzeit gibt es in knapp jeder zweiten Gemeinde eine Unterkunft für Asylsuchende. Man sei auf die Kooperation mit dem Land Vorarlberg und den Gemeinden angewiesen, diese funktioniere nicht immer einwandfrei. Es gäbe oft Vorbehalte aus den Gemeinden gegenüber den Flüchtlingen. “Gute Ergebnisse aus anderen Gemeinden, wo es funktioniert, werden oft nicht gesehen”, erklärt er bedauernd.

Flüchtlingsstrom reißt nicht ab
Bis wann die "Quote" erfüllt werden kann, ist noch nicht abzusehen - Fakt ist im Hinblick auf die  Situation im Nahen Osten jedoch, dass viele neue Asylwerber nachfolgen werden. Die Caritas könne immer nur auf den aktuellen Bedarf reagieren, Prognosen seien schwierig. Derzeit schätzt man, dass man allein 2015 an die 800 zusätzliche Betten für Asylwerber brauche. Mobile Unterkünfte sind zwar nach wie vor kein Thema, langfristig denkbar wäre jedoch der Bau eines eigenen Asylwerberheims. Bevor dessen Planung in Angriff genommen werden kann, bedarf es allerdings erst eines geeigneten
Standorts und der Zustimmung der Gemeinde und Anrainer.

Und in Zukunft?
Wenn die vom Bundesinnenministerium vorgelegten Zahlen stimmen - Österreich soll demnach rund 60.000 Menschen aufnehmen - „dann muss sich Österreich etwas anderes überlegen. Aber dann denke ich eher an Turnsäle, dann denke ich eher an Messehallen etc", spinnt Caritasdirektor Peter Klinger  Zukunftspläne. Das Bundesverteidigungsministerium prüft derzeit, ob Kasernen für Asylwerber zur Verfügung gestellt werden können. In Vorarlberg dürfte man nicht fündig werden, da Lochau und die Galina verkauft wurden. „In den beiden verbleibenden Kasernen in Bludesch und in Bregenz sind teilweise vereinzelte Betten frei“, sagt Militärkommandant Ernst Konzett. Er gibt zu bedenken: „Es sind in den Kompanieunterkünften aber auch Waffen gelagert, und das könnte nicht abgetrennt werden.“ (red/orf)