... es geht um Nächstenliebe: Papst Franziskus wendet sich mit einer Videobotschaft zum Tag der Migranten und Flüchtlinge am 29. September an die Öffentlichkeit.

Der Zeitpunkt war sicher kein Zufall: Dienstag, mitten hinein in die Ungewissheit um unmittelbare Zukunft der deutschen Sea-Watch-3-Kapitänin Carola Rackete, veröffentlicht der Vatikan eine Videobotschaft: Papst Franziskus spricht darin von Reichen, die immer reicher und Armen, die immer ärmer werden. Aufgezeichnet wurde sie unter dem Titel „Es geht nicht nur um Migranten“ als Vorausschau auf den 105. katholischen Welttag der Migranten und Flüchtlinge, der am 29. September begangen wird.

Botschaft gen Rom?

Die Welt gehe „jeden Tag elitärer und grausamer mit Ausgegrenzten um“, sagte der Papst im Video, für das es, Stand Mittwochnachmittag, leider noch keine deutschen Untertitel gibt. Entwicklungsländer würden ihrer besten natürlichen und menschlichen Ressourcen beraubt. Nutznießer seien wenige privilegierte Märkte. Während nur bestimmte Weltregionen von Kriegen betroffen seien, würden die entsprechenden Waffen in Ländern hergestellt und verkauft, die sich nicht um die Flüchtlinge kümmerten. Die Rechnung dafür zahlten die Armen, so der Papst.

Das sind deutliche Worte – die möglicherweise auch im italienischen Innenministerium gehört werden. Dessen Kopf Matteo Salvini hatte sich mit besonders abwertenden Reaktionen auf das Anlegemanöver des privaten Flüchtlingsrettunsgboots „Sea-Watch 3“ im Hafen von Lampedusa hervorgetan und zeichnet sich ebenfalls für das umstrittene „Sicherheitsdekret zwei“ verantwortlich, mit dem NGO-Schiffen seit wenigen Tagen die Einfahrt in italienische Hoheitsgewässer untersagt werden kann. Neben zahlreiche andere Maßnahmen gegen die, die sich nicht wehren können.

Es ist an uns

„Es geht nicht nur um Migranten: Es geht um Nächstenliebe. Durch Werke der Liebe zeigen wir unseren Glauben. Und die höchste Form der Nächstenliebe ist diejenige, die denen gegenüber praktiziert wird, die nichts zurückgeben und vielleicht nicht einmal danken können“, schreibt der Papst in einer bereits im Mai veröffentlichen schriftlichen Botschaft zum Welttag der Migranten und Flüchtlinge.
Die Kirche müsse angstfrei die Benachteiligten einladen, „die wir selbst als Gesellschaft ausgeschlossen haben“, ergänzte er im Video. Nothing left to say.

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Quelle: kathpress.at / domradio.de / vatican.va / red