Die Pfarrkirche in St.Gallenkirch ist dem hl. Gallus gewidmet und wurde erstmals im Jahr 1305 erwähnt. In den Jahrhunderten hat die Kirche viele Veränderungen erfahren und zählt heute zu den schönsten Barockkirchen Vorarlbergs. Eine Pfarrkirche, die Geschichten erzählt.

Wo sind unter einem Dach gotische Spitzfenster, ein Steinaltar und barocke Wandmalereien zu bewundern? Unweit von Bludenz, im Montafon ist ein Kleinod beheimatet: Die Pfarrkirche in St. Gallenkirch. Um die Kirche und ihre Geschichte besser kennenzulernen bietet die Sommerkirche gemeinsam mit dem Montafon Tourismus bis Ende August wöchentlich eine Kirchenführung an. Gabi Juen, selbst im Montafon aufgewachsen, führt uns mit spannenden Anekdoten und wissenswerten Details durch die Pfarrkirche.  

Zum Staunen und Entdecken

Beim Betreten der Kirche fällt der Blick gleich auf den aufwändig gestalteten Altarraum. Die heutige Ausstattung im spätbarocken Stil erhielt die Pfarrkirche in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. “Im Jahr 1447 wurde die Kirche neu gebaut, etwa zwei Jahrhunderte später folgte die Erweiterung mit Turmneubau“, berichtet Gabi Juen den interessierten Zuhörern, von denen einige mit Bergschuhen und Rucksack bemannt, wohl direkt nach einer Wanderung den Weg nach St. Gallenkirch gefunden haben. Auch der Blick nach oben ist lohnenswert: In den aufwändig gestalteten Deckenbildern des Kufsteiner Malers Christoph Klausner aus dem Jahr 1775 sind viele Geschichten aus dem Alten Testament abgebildet wie etwa Judith und Holofernes, König David oder eine Szene mit Dalila und Samson.

„Bei der Restaurierung der Pfarrkirche im Jahr 1996 konnten in den Gewölbezwickeln zudem bemerkenswerte gotische Fresken, die dem Jahr 1500 zugeschrieben werden, freigelegt werden.“ Gabi Juen erläutert den BesucherInnen die Bildsprache der teils verwittert anmutenden Szenen: Die Vertreibung aus dem Paradies, Anbetung der Weisen, Maria Heimsuchung oder die Taufe Jesu.

Ein Steinaltar in barocker Umgebung

Zu den Geschichten aus den vorigen Jahrhunderten gesellt sich eine ganz aktuelle Geschichte: Im Mittelpunkt dieser steht der Steinaltar, bestehend aus drei großen Steinen aus der Ill. Der Altar wurde auf Initiative des inzwischen verstorbenen Pfarrers Eberhard Amann errichtet. „Eberhard “, so erzählt Gabi Juen, „wollte in Jerusalem auf dem christlichen Friedhof begraben werden und sein Grabstein sollte der Stein sein, der als Tischplatte des Altars dient.“ Doch dieser Wunsch hat sich nicht erfüllt. „Nach seinem Tod wurde er auf dem Gemeindefriedhof in St. Gallenkirch begraben und der Altar steht immer noch unverändert in der Kirche.“ Zum Abschluss der Besichtigung werfen wir noch einen Blick auf ein weiteres Schmuckstück, die Orgel. Sie wurde im Jahr 2001 renoviert und heißt heute „Ernst Juen Orgel“, benannt nach dem Schwiegervater von Gabi Juen, der über 50 Jahre Organist in St. Gallenkirch war.

Die Kirchenführung in St. Gallenkirch findet jeden Dienstag um 16 Uhr bis Ende September statt.
Anmeldung bei Montafon Tourismus erbeten erbeten; Dauer ca. 45 Minuten. Eintritt frei.

Weitere Kirchenführungen finden Sie unter: www.sommerkirche.at/fuehrungen