Bischof Erwin Kräutler warnt alle Verantwortlichen im Konflikt um die Flächenbrände im Amazonas-Regenwald eindringlich, zu "retten, was noch zu retten ist".

Foto: Ibama from Brasil, Terra Indígena Porquinhos, Maranhão (25758143928), Zuschnitt, CC BY 2.0

Der Wald brennt. Also: DER Wald brennt. In Brasilien steht der größte Regenwald der Erde in Flammen und lange sah es so aus, als könnte niemand etwas dagegen tun – jedenfalls nicht, solange die brasilianische Regierung keine Anstalten macht.

Das ist zum Glück inzwischen anders: Präsident Jair Bolsonaro eine Militäroperation zum Kampf gegen die Feuer gestartet, nachdem mehrere EU-Staaten gedroht hatten, das Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten nicht ratifizieren zu wollen, sollte Brasilien nichts unternehmen. Große Wälder wie im Amazonas-Gebiet sind aufgrund ihrer immensen CO2-Speicher- bzw. Photosynthesefunktion und ihres sensiblen ökologischen Gleichgewichts enorm wichtig für das Weltklima (unter anderem, wie die ZEIT zusammengetragen hat).

Wem gehört der Regenwald?

Aber nicht nur das: Für die indigene Bevölkerung in der Amazonasregion ist der Regenwald Lebensraum, wie Erwin Kräutler, der emeritierte Bischof der brasilianischen Diözese Xingu, in einem Video auf dem Online-Portal der Schweizer „Neuen Zürcher Zeitung“ erklärte. Brasilianische Regierung und „neokapitalistische Gesellschaft“ sähen das Land hingegen nur unter dem Aspekt „Kaufen und Verkaufen“, so Kräutler.

Erst vor wenigen Wochen hatte der Bischof in einem „Kathpress“-Interview zu seinem 80. Geburtstag dem amtierenden brasilianischen Staatspräsidenten Jair Bolsonaro eine „anti-indigene Einstellung“ vorgeworfen. Hintergrund waren Bolsonaros Ankündigungen, Umweltschutzgebiete sowie indigene Reservate für die wirtschaftliche Nutzung durch multinationale Konzerne zu öffnen. Die Zahl der Brände am Amazonas seien gegenüber 2018 um 146 Prozent gestiegen.

Hoffnung auf die Amazonien-Synode

„Wir werden mit allen Mitteln für Amazonien und die Indios eintreten“, betonte Bischof Kräutler und verwies auch auf die anstehende Synode, die sich mit dieser Thematik befassen werde: „Es geht um die Verteidigung Amazoniens gegen skrupellose Ausbeutung und Zerstörung.“

Im Vatikan tagt im Oktober eine Sondersynode zu Amazonien. Bei dem Bischofstreffen vom 6. bis 27. Oktober soll es neben Theologie und Seelsorge auch um Umweltschutz sowie um die Belange der Indigenen und um Menschenrechte gehen. Weite Passagen des im Juni vom Vatikan veröffentlichten Vorbereitungsdokuments sind Umwelt- und Schöpfungsthemen gewidmet und beschreiben die Amazonasregion als stark gefährdet. Das Leben in Amazonien sei „durch Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt sowie durch die systematische Verletzung der grundlegenden Menschenrechte der amazonischen Bevölkerung bedroht“, heißt es unter anderem.

Quelle: kathpress.at / red