Seit Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka vergangenen Mittwoch angekündigt hat, die Unterstützung für freiwillige Rückkehrer deutlich zu verbessern, stellt sich auch die Caritas auf vermehrte Anfragen nach ihrem Beratungsangebot ein – nicht nur von Menschen, die keine Aussicht auf einen positiven Asylbescheid haben, sondern auch von denen, die es aus anderen Gründen zurückzieht.

Vielfältige Gründe

„Vielleicht bin ich zu afghanisch für Deutschland“, mutmaßte vor wenigen Tagen eine junge Wissenschaftlerin im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Auch, wenn sie nicht als Flüchtling kam, sondern unterstützt durch ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, geht es Sarah Faseli wie manchem, der einen weit beschwerlicheren Weg hinter sich hat: Sie vermisst ihre Familie, hat den Eindruck, dass sie in der Heimat mehr gebraucht wird als hier – und dass sie dort etwas tun kann für eine bessere, freiere Zukunft für alle.

Beratung mit offenem Ausgang

Von den 10.700 geflüchteten Personen, die im Vorjahr wieder aus Österreich ausreisten, taten dies 5.800 freiwillig – 1.850 mit Unterstützung durch die Caritas. Dies sei mit dem christlichen Auftrag der Organisation vereinbar, erklärte Bernd Wachter, Generalsekretär der Caritas Österreich gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur Kathpress, schließlich diene das Beratungsangebot dazu, Flüchtlingen eine freie Entscheidung zu ermöglichen. So würde zum Beispiel Schwangeren und Kranken von der Rückkehr abgeraten, wenn die ausreichende medizinische Versorgung im Zielland nicht gewährleistet scheint, oder wenn Gefährdung drohe.

Vielfältige Unterstützung

Rund ein Drittel der Rückkehrer 2016 reiste gen Irak aus, 342 in den Iran und 250 nach Afghanistan, gefolgt von der Russischen Föderation, Syrien, China, Kosovo, Ukraine, Serbien und Libanon. Man habe also vor allem mit Flüchtlingen zu tun, die mit einem negativen Ausgang ihres Asylverfahrens rechnen müssten, so Wachter. Die Caritas hat seit Jahresbeginn ein Reintegrationsprogramm aufgelegt, das vom Innenministerium und dem europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds finanziert wird und in Kooperation mit Initiativen vor Ort die Wiedereingliederung erleichtern soll.

Sobotkas Ziel ist es, dass so bis 2019 rund 50.000 Flüchtlinge das Land wieder verlassen. Dazu wurde u. a. die mehrsprachige Website www.voluntaryreturn.at eingerichtet, die über die verschiedenen Optionen und Unterstützungsmöglichkeiten informiert.
(kathpress/SZ/ÖVP/red)