Eltern sind enorm unter Druck, nicht erst seit Corona. Sie sind in der "Rush Hour des Lebens" und müssen oft entscheiden zwischen Zeit für die Kinder und Zeit für Persönliches - beides geht nicht.

Familienalltag im Takt

Frühstück, Meeting, Kochen, Küche aufräumen, Mails beantworten, Hausaufgaben, noch schnell was Einkaufen, Abendbrot, Aufräumen, Whatsapp-Nachrichten checken und beantworten, zusammenräumen, Kinder zum ins Bettgehen motivieren, Zähneschrubben, Ermahnen, Nachtgeschichte...fertig. So oder so ähnlich schaut der Alltag vieler Mütter aus, beim Versuch Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen und dabei den Ansprüchen der Gesellschaft an eine gute Mutter gerecht zu werden. Auch das Leben der Väter hat ein hohes Stressniveauauch sie sind meist bereit auf persönliche Erholungszeit zu gunsten von Qualitytime für die Kinder zu verzichten.

Zeit und Anspruch steigend

"In der Nachkriegszeit arbeiteten Männer durchschnittlich 48 Stunden pro Woche, die Mütter waren zu Hause – das war die Zeit, die eine Familie der Arbeitswelt zur Verfügung stellte. Heute beträgt die Arbeitszeit einer verheirateten Mutter 30 Stunden, Ehemänner arbeiten im Mittel etwa 42 Stunden in der Woche. Gemeinsam ist das Elternpaar also pro Woche 72 Stunden lang im Beruf aktiv." erforschte Prof. Hans Bertram. Allein diese Tatsache bringt eine fast unheimliche Dynamik in die Familie. Nicht genug, auch die Ansprüche, was Eltern leisten sollten, sind enorm gestiegen, oder können sie sich erinnern, dass ihre Eltern stundenlang mit ihnen Hausaufgaben gemacht haben, oder zu sämtlichen Freizeiteinrichtungen gebracht und wieder abgeholt hätten?

Familienstress versus Familienglück

Es hat sich wohl herumgesprochen, dass Familie keine einfache Formel für Glück ist, sondern eher ein Härtetest. So bleiben schon heute etwa 50 Prozent aller Akademiker, die im universitären oder wissenschaftlichen Umfeld arbeiten, kinderlos. Sie wagen ihn nicht oder versäumen den Schritt, das Leben in Form einer Familie durch die offene Tür, in der vollen Dröhnung hereinzulassen. "Kinder sind nichts für Feiglinge" schreibt Steve Heitzer in seinem Buch über Achtsamkeit in der Familie.  Familie ist der Test, ob wir bereit sind Fehler zu machen und einzugestehen, das Perfekte im Unperfekten zu sehen und jeden Tag neu zu beginnen. Familie bedeutet, am Abend eines beschissenen Tages zu wissen, Familie ist das Beste, was mir je passieren konnte.