Das Projekt "Purzelbaum Eltern-Kind-Gruppen im Flüchtlingshaus - Elternbildung mit Flüchtlingsfamilien" hat den Preis der Katholischen Erwachsenenbildung erhalten. Die Preisverleihung fand am 17. November 2015 im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Forums Katholischer Erwachsenenbildung im Haus der Begegnung in Eisenstadt statt.

Alle zwei Jahre schreibt das Forum Katholischer Erwachsenenbildung einen Preis aus. In diesem Dachverband sind insgesamt siebzig Organisationen der Erwachsenenbildung in ganz Österreich zusammengeschlossen. Elf Projekte hatten Mitgliedseinrichtungen in diesem Jahr dafür eingereicht. Die eingereichten Projekte spiegelten die Vielfalt dieser Organisationen wieder: hinter einer Ausbildung zum "Kleindenkmalexperten" oder zur "Kleindenkmalexpertin" versteckt sich eine Erschließung der "Marterl", die die Landschaft in Österreich oft prägen (KBW Wien). Daneben wurden Projekte zur Demenzbegleitung eingereicht, zum Thema Burnoutprävention oder zur Vermittlung theologischer "Basics" im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen.

Durchgesetzt hatte sich in der Jury aus unabhängigen Experten der Erwachsenenbildung das Projekt aus dem Katholischen Bildungswerk Vorarlberg. "Das Katholische Bildungswerk Vorarlberg hat den Kairos lange vor der großen Flüchtlingswelle genützt" formulierte es der Laudator Karl Mittlinger aus Graz. Der Jury hat besonders gefallen, dass die Vorarlberger Elternbildnerinnen eine Zielgruppe in den Blick genommen haben, für die das gut durchstrukturierte Angebot der Eltern-Kind-Gruppen (Purzelbaum) ideal passt. Über ihre Kinder kommen Asylwerberinnen in den Flüchtlingsheimen des Landes oft erstmals in vertieften Kontakt miteinander. Über Spiele und Lieder lernen Mütter und Kinder spielend Deutsch und sie erhalten auch einen Einblick in die österreichische Kultur und das Brauchtum. Sie können sich in der Gruppe über ihre Fragen der Erziehung austauschen und merken, dass sie mit ihren Fragen und Problemen nicht allein sind.Entscheidend dabei ist, dass auch die Leiterinnen der Gruppen in den Flüchtlingsheimen Asylwerberinnen waren und daher mit der Situation der jungen Familien sehr gut vertraut sind. Das schafft auch seitens der Teilnehmenden Vertrauen.

Erfreut über die Wahl zeigte sich auch Mag. Christian Kopf (Bildungshaus Batschuns), der Vorsitzende des Forums Katholischer Erwachsenenbildung, dass der Preis nach Vorarlberg ging. Die Ausbildung der Purzelbaum-LeiterInnen findet im Bildungshaus Batschuns statt und auch Jeannette Bobos, Marcha Khadzimusaeva, Roza Mjagtschieva und Bachu Alieva, die heute die preisgekrönten Eltern-Kind-Gruppen leiten, haben sie dort absolviert. Cornelia Huber und Hans Rapp verwiesen in ihren Dankesworten darauf, dass das Projekt ohne intensive Netzwerkarbeit, das Mittun des ganzen Team und vorallem auch der Caritas nicht möglich gewesen wäre. Finanziell wurde das Projekt durch "Kinder in die Mitte" das Landes Vorarlberg ermöglicht.