
In gemütlichen Leseecken auf bunten Sitzkissen machen es sich die Kinder bequem und schlagen die erste Seite von Janoschs Buch „Oh, wie schön ist Panama“ auf. Es wird ruhiger im Raum, Seite für Seite folgen sie der Geschichte vom kleinen Bären und dem kleinen Tiger, die sich auf die Suche nach dem Land ihrer Träume machen. Sie wollen dorthin, wo alles besser sein soll: nach Panama. Der Weg führt die beiden Freunde über Flüsse und durch Wälder, bis sie erkennen, dass das Glück oft näher ist als gedacht.
Ich finde es cool, dass sie einfach losgehen und zusammen alles schaffen“,
sagt ein Kind und überlegt kurz.
„Und am Ende merken sie, dass es zuhause auch schön ist. Das ist irgendwie lustig und ein bisschen schlau.“ Die Geschichte wirkt auch bei den Lerncafé-Kids nach. Die Kinder sprechen über Freundschaft, darüber, was Heimat für sie bedeutet und warum man manchmal erst losziehen muss, um das zu verstehen.

Der Österreichische Vorlesetag am 26. März rückt das Lesen bewusst in den Mittelpunkt. In den Lerncafés ist diese Idee längst Alltag. Hier bedeutet Vorlesen: Zeit schenken, zuhören, gemeinsam eintauchen. Koordinatorin Nicole Nachbaur vom Lerncafé Wolfurt der Caritas Vorarlberg betont: „Vorlesen schafft Nähe und öffnet gleichzeitig Räume. Kinder entwickeln Sprache, bauen Vertrauen auf und entdecken ihre eigene Fantasie. Genau darin liegt die Stärke des Vorlesens.“
Die 16 Caritas-Lerncafés im Land sind ein kostenloses Angebot, wenn das Geld für die Nachhilfe fehlt, die Wohnsituation ungeeignet zum Lernen ist oder die Deutschkenntnisse des Kindes für den Schulerfolg noch nicht ausreichen. Neben der Lernzeit stehen auch gemeinsames Spielen und eine gesunde Jause auf dem Programm. Gerade das Vorlesen zeigt: Bildung beginnt mit Beziehung. Und manchmal mit einer einzigen Geschichte, die lange nachhallt.
Alle Infos und Kontakte: www.caritas-vorarlberg.at/lerncafe