
Im kleinen Raum im Erdgeschoss der Flüchtlingshilfe am Schlossgraben in Feldkirch sitzt eine fröhlich plaudernde Gruppe junger Asylwerber:innen. Sie stammen aus Uganda, Afghanistan, Kenia und dem Kongo und haben soeben den Sprachkurs A1.1 abgeschlossen – die erste Etappe auf dem Weg zum Erlernen der deutschen Sprache. Nun warten sie gespannt, was sie heute erwartet, denn Besuch hat sich angekündigt.
Pünktlich um 10 Uhr – nach fast zwei Stunden Fahrtzeit mit Bus und Bahn –
treffen die Gäste ein. Auch ihnen ist die Nervosität deutlich anzumerken. Nach der herzlichen Begrüßung durch Michael Rünzler, Leiter der Flüchtlingshilfe der Caritas, legt sich die Aufregung und die Mädchen und Jungs der Regenbogen- und Berufsvorbereitungsklasse der Schule Langenegg beginnen mit der Vorstellung ihres Projekts. Rund drei Monate lang haben sie sich im Rahmen des „TuEs-Days“ mit Ziel 16 der SDGs – „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“ – beschäftigt. „Bei Frieden ist uns gleich die Flüchtlingshilfe der Caritas in den Sinn gekommen, weil die Asylwerber hier bei uns auf der Suche nach Frieden und einem sicheren Land sind“, erklärt Klassenlehrerin Maria-Luise Österle.
Um selbst aktiv zu werden, beschlossen die Schüler:innen, Armbänder anzufertigen und mit dem Verkaufserlös die Flüchtlingshilfe zu unterstützen. Perle für Perle entstand dabei nicht nur farbenfroher Schmuck, sondern auch ein starkes Symbol für Zusammenhalt. Gleichzeitig stellten die Jugendlichen ihr Verkaufstalent eindrücklich unter Beweis: Die Armbänder fanden nicht nur am Markt, sondern auch in der Schule und in ihrer Freizeit reißenden Absatz. Durch den Verkauf der selbstgemachten Bänder sowie von Punsch und Ofenanzündern kam schließlich die stolze Summe von 550 Euro zusammen.
„Wir freuen uns sehr über die Unterstützung. Bei medizinischem Sonderbedarf, der nicht regulär verrechnet werden kann, sind unsere Klient*innen auf Spenden angewiesen“, betonte Michael Rünzler und bedankte sich für das Engagement der jungen Menschen. Im anschließenden Austausch ging es um Themen wie Deutschkurse, lange Asylverfahren und die Lebensrealitäten der betreuten Personen. Mit vielen neuen Eindrücken machten sich die Besucher*innen aus dem Bregenzerwald schließlich wieder auf den Heimweg. Die Begegnung zeigte eindrucksvoll, dass Frieden im Kleinen beginnt – mit Engagement und der Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu übernehmen.