Richard Williamson. Einer, der offenbar in vollkommer Dunkelheit lebt, gibt ein Interview.

Mehr als dreitausend Berichte wirft Google-News aus, gibt man den Namen „Richard Williamson“ in das Suchfeld ein. Allen Berichten ist eines gemeinsam: sie verurteilen - selbstverständlich vollkommen berechtigt - die Aussagen des Mannes, dem Papst Benedikt XVI. die Hand reicht, um in einen Dialog der Annäherung und Versöhnung einzutreten. Williamson hingegen, scheint es, unternimmt alles, um einen beginnenden Dialog zu unterbinden. Nur wenige Tage vor Bekanntwerden der Entscheidung Roms, den vier Lefebrianern entgegen zu kommen, gab der Engländer ein Interview, an dessen Ende er selbst sagt, dass er dafür in Deutschland ins Gefängnis komme.

Die Nachrichten jedenfalls sind im Internet und in zahlreichen Printmedien nachzulesen oder in TV-Sendungen zu verfolgen.

An dieser Stelle soll, um möglichen Beschwichtigern der Unsäglichkeiten des Richard Williamson entgegen zu treten, das zutiefst abzulehnend und vor allem faktisch Falsche veröffentlicht werden: seine von vollkommener Dunkelheit gekennzeichneten Sätze im Interview nämlich. Das Gespräch mit dem Reporter, aufgenommen in Deutschland, ist auf you tube abrufbar, mit Untertiteln ausgestattet. Ich habe mir erlaubt, Kommentare in Klammern und kursiv anzufügen, ich konnte es nicht lassen:

„Bischof Williamson“, fragt der Reporter, „sind das Ihre Worte: „Nicht ein Jude starb in den Gaskammern. Das sind alles Lügen, Lügen, Lügen.“ – Waren das Ihre Worte?“

(Der Bischof stottert - er stottert anfangs ziemlich viel, Anm.): „Sie zitieren mich aus Kanada, glaube ich, ja. Vor vielen Jahren. Ich glaube, dass die historischen Beweise, die historischen Beweise sehr stark gegen – sprechen massiv dagegen, dass sechs Millionen Juden willentlich in Gaskammern vergast wurden, in einer bewussten Politik Adolf Hitlers.“

Der Reporter hakt nach: „Aber Sie sagen, nicht ein Jude ist getötet worden?“

„In Gaskammern“, sagt Williamson (bestimmt).

Ob es keine Gaskammern gegeben habe, fragt der Reporter, worauf Williamson sagt:

„Ich glaube, es gab keine Gaskammern, ja. Ich glaube, so weit ich die Beweise studiert habe, ich gehe nicht nach Gefühlen, ich richte mich nach ... so weit ich die Beweise verstanden habe. Ich glaube zum Beispiel, dass Leute, die gegen das, was heutzutage weitestgehend über den Holocaust geglaubt wird ... ich glaube, diese Leute schlussfolgern, die Revisionisten, wie sie genannt werden, ich glaube die seriösesten unter ihnen schlussfolgern, dass zwischen 200 und 300 Tausend Juden in Nazi-Konzentrationslagern umgekommen sind. Aber nicht ein einziger durch Vergasungen in einer Gaskammer. Vielleicht haben Sie vom „Leuchter Report“ gehört? Fred Leuchter war ein Experte für Gaskammern. Er entwickelte drei Gaskammern für drei der fünfzig Staaten der USA. Für die Hinrichtung von Verbrechern. Er wusste also, was man dazu braucht. Und er untersuchte die angeblichen, deutschen Gaskammern irgendwann in den 80ern, zumindest das, was von ihnen übrig war. Die Krematorien von Birkenau-Auschwitz zum Beispiel. Und seine Schlussfolgerung ist, seine Experten-Schlussfolgerung war, dass es unmöglich gewesen ist, dass diese jemals zur Vergasung einer großen Anzahl von Menschen gedient haben können. Denn Blausäure ist sehr gefährlich.“

(Dann kommt er in Fahrt, der gute Mann aus England, beginnt auch mit den Händen zu erzählen, indem er erläutert, was zu tun ist bei der Vernichtung von Menschen:)

„Angenommen Sie vergasen 300 Leute, die sie in eine Kammer gepresst haben, ob sie nun Kleider tragen oder nicht, also nehmen wir an, sie tragen Kleider, so ist es sehr gefährlich, dort hinein zu gehen und die Körper heraus zu holen, weil sollte eine Spur des Gases, das in den Kleidern gefangen ist, entweichen, würde es Sie umbringen. Es ist sehr gefährlich. So bald Sie die Leute vergast haben, müssten Sie zuerst das ausströmende Gas heraus lassen, um in die Kammer gehen zu können. Um das Gas herauslassen zu können, brauchen Sie einen sehr hohen Kamin.“

(Womit dieser Mann sich beschäftigt, fragt man sich beim Zuhören, doch er redet und redet:)

„Wäre es etwa ein niedriger Kamin, dann würde das Gas sofort wieder herunterkommen und die Leute darunter töten. Einen hohen Schornstein bräuchte man, ich weiß nicht mehr, wie hoch er sein müsste. Wäre dort ein hoher Schornstein gewesen, wäre dessen Schatten tagsüber auf den Boden gefallen und die alliierten Luftfotografen, die über die Lager flogen, hätten den Schatten eines solchen Schornsteins bemerkt.“

(Während er so diesen Blödsinn sagt, imitiert er die Vogelperspektive - es wird immer grausliger, übelkeitserregend...)

„Das bedeutet nach der Aussage von Fred Leuchter, dass es keine Gaskammern gab. Und wenn man sich die Türen anschaut: diese Türen müssen absolut luftdicht sein. Ansonsten würde wiederum das Gas herausströmen und die Menschen davor töten. Die Tür, die man den Touristen in Auschwitz zeigt, ist absolut nicht luftdicht. Absolut nicht.“

„Sie sagen jetzt“, meint der Reporter, „dass es den Holocaust nicht gab, wie er in der Geschichte dargestellt wird?“

„Ich gehe von dem aus“, antwortet der Verwirrte, „was ich geschlussfolgert habe, ausgehend von den historischen Beweisen, die von anderen ausgewertet und analysiert wurden. Ich glaube, was sie geschlussfolgert haben. Sollten sie ihre Schlussfolgerungen geändert haben, würde ich ihnen auch folgen. Denn ich gehe davon aus, dass sie nach den Beweisen gehen.“

(An dieser Stelle spätestens wird jedem Zuschauer des Videos klar, wie dunkel die Nacht in den Hirnwindungen dieses Mannes sein muss. Wie ein Lemming, egal wohin es geht, er geht mit.)

„Ich denke“, wiederholt er, „200 bis 300 Tausend Juden kamen in den Lagern der Nazis um, aber nicht einer von ihnen in einer Gaskammer.“

„Wenn das kein Antisemitismus ist“, sagt der Reporter, „was ist es dann?“

„Antisemitismus“, holt Williamson aus, „wenn Antisemitismus schlecht ist, ist er gegen die Wahrheit. Wenn etwas aber wahr ist, ist es nicht schlecht.“

(Wie tief noch?, fragt man sich an dieser Stelle. Nichts der Nazis scheint schlecht für diesen Mann gewesen zu sein – und plötzlich scheint es ihm zu dämmern:)

„Mich interessiert das Wort Antisemitismus nicht. Wissen Sie, das Wort ist sehr gefährlich.“

Darauf der Reporter: „Der Bischof nennt Sie einen Antisemiten.“

Darauf Williamson: „Der Bischof kann mich einen Dinosaurier nennen, er kann mich Idiot nennen, er kann mich nennen, wie immer er will. Das ist keine Frage von Beschimpfungen. Das ist eine Frage von historischer Wahrheit. Historische Wahrheit richtet sich nach Beweisen und nicht nach Emotionen.“

(Es folgt eine kurze Schwarzblende, Hinweis auf einen Schnitt im Video.)

„Es wurde mit Sicherheit ausgenutzt“, sieht und hört man Williamson sagen, „Deutschland hat Milliarden und Milliarden Deutscher Mark und Euros gezahlt. Denn die Deutschen haben einen Schuldkomplex, da sie sechs Millionen Juden vergast haben. Aber ich denke nicht, dass sechs Millionen Juden vergast wurden.“

(Doch noch einmal dämmert es ihm und er sagt:)

„Ich bitte Sie, das ganze ist gegen das Gesetz hier in Deutschland.“  Er deutet über seine Schulter. „Würde dort hinten ein Deutscher stehen, Sie könnten mich ins Gefängnis werfen lassen. Ich hoffe, das ist nicht Ihre Absicht.“

Dann lächelt er.

(Schlussanmerkung: Gut, dass die deutsche Staatsanwaltschaft gegen so einen Mann ermittelt.)