Jetzt ist es definitiv - das eltern.chat-Programm des Katholischen Bildungswerkes Vorarlberg ist preisverdächtig und wurde mit dem zweiten Preis der Sozialmarie 2012 ausgezeichnet.10.000 Euro Preisgeld gehen damit nach Vorarlberg und unterstützen hier die weitere Arbeit der eltern-chat-ModeratorInnen. Der eltern.chat ist damit das bestplatzierte Vorarlberger Projekt, das für die Sozialmarie nominiert wurde. Preisverleihung war gestern Abend in Wien.

"Für uns ist der Preis eine große Anerkennung unserer Arbeit. Er zeigt, dass der Weg, den wir mit dem eltern.chat eingeschlagen haben, richtig und gerade heute notwendig ist. Dass wir aus den vielen Projekten, die für die Sozialmarie eingereicht wurden, mit dem eltern.chat auf dem zweiten Platz gelandet sind, ist natürlich noch ein zusätzlicher Ansporn für unser weiteres Engagement um Eltern, Kinder und die Verständigung zwischen allen Altersgruppen, sozialen Schichten, Staatsangehörigkeiten und Konfessionen ", freut sich Mag. Wilma Loitz, Elternbildnerin des Katholischen Bildungswerks Vorarlberg nach der Preisverleihung gestern Abend in Wien.

10.000 Euro für das soziale Engagement

Mit dem zweiten Platz gehen auch 10.000 Euro an das eltern-chat-Programm des Katholischen Bildungswerkes Vorarlberg, das die Fachjury als einen Beitrag des solidarischen Lernens lobte, das die vorhandenen sozialen Netzwerke nutzt und so auch dorthin gelangt, wo das üblicherweise vortragsorientierte Bildungsangebot an familienexternen Orten nicht funktioniert.

Was ist der eltern.chat

Der eltern.chat ist ein integratives Elternbildungsangebot, das seit Jahren erfolgreich Elternbildung bis an den Küchentisch der Familien bringt.
Es wurde mit der Zielsetzung initiiert, Frauen und Männer, die keinen leichten Zugang zu Bildungsangeboten finden, zu unterstützen. Dazu werden engagierte Mütter und Väter befähigt, als ModeratorInnen Gesprächsrunden in ihren sozialen Netzwerken zu leiten. Thema sind jeweils Erziehungs- und Familienfragen aller Art. Die ModeratorInnen der eltern.chats erhalten eine pädagogische Ausbildung und können so direkt vor Ort Hilfe und Unterstützung anbieten. Neben dem rein integrativen Aspekt des eltern.chats kommt mit so auch die Bildung direkt zu den Menschen nach Hause. In der sich dadurch entwickelnden Dynamik, in der vertrauten Atmosphäre einer Gesprächsrunde unter Freunden, werden immer neue Elterngruppen angesprochen – so das Erfolgsrezept.

„Ein Beispiel geglückter interkultureller Elternbildung“

„Der eltern.chat des Katholischen Bildungswerks Vorarlberg ist ein Beispiel geglückter, niederschwelliger und interkultureller Elternbildung. GastgeberInnen laden ihre Bekannten zu einem Gespräch zu Erziehungsthemen ein. ModeratorInnen sorgen mit Impulsen dafür, dass Gespräche in Gang kommen. Unter türkischen MigrantInnen sind die chats besonders beliebt und bilden oft den Einstieg in die Elternbildung“, erklärt Dr. Hans Rapp, Leiter des Katholischen Bildungswerks in Vorarlberg.

Das Juryurteil – „Ein Beitrag zur solidarisch lernenden Kommune“

„Weil das übliche vortragsorientierte Bildungsangebot an einem familienexternen Ort nicht funktionierte, wurde der „eltern.chat“ erfunden: er kommt leichtfüßig daher und ist doch klar strukturiert, er engagiert Moderatorinnen, die Diskussionen in ihrem privaten sozialen Netzwerk themenbezogen anleiten. Und er funktioniert auch gut bei Frauen mit nicht-österreichischen Wurzeln, deren Bildungsoffenheit wird mit diesem neuen Design aufgegriffen und in Wert gesetzt. Ein sich selbst steuerndes System, zentral eingerahmt, leicht ausbaufähig. Und ein Beitrag zur solidarisch lernenden Kommune – ein Achtel der Gemeinden in Vorarlberg sind bereits dabei! Auf dass sich der Virus ausbreite“, so die Jury in ihrer Begründung.

3500 Eltern pro Jahr

Mit ihren Elternbildungsangeboten ist die Katholische Kirche Vorarlberg einer der größten Elternbildungsträger des Landes. Allein im vergangenen Jahr besuchten rund 3500 VorarlbergerInnen ein bzw. mehrere Angebote der Katholischen Elternbildung. Es sind Projekte, die an der Basis der Gesellschaft, bei den Menschen, ansetzen und hier barrierefreie Bildung anbieten.

Die Sozialmarie

Die Sozialmarie wird seit 2005 jährlich von der Unruhe Privatstiftung verliehen. Nominiert werden Projekte, die sich durch ihre soziales Engagement und eine hohe Innovationskraft auszeichnen. 
Ziel ist es auch, die Vernetzung von Sozialprojekten zu fördern und die gesellschaftliche Diskussion darüber voranzutreiben. 
Jährlich werden 15 Projekte mit dem Preis der Sozialmarie ausgezeichnet. Zur Teilnahme eingeladen sind Projekte aus Österreich, Ungarn und Teilen Deutschlands, Kroatiens, Polens, der Slowakei, Slowenien und der Tschechischen Republik.

Jurymitglieder

Univ.Prof. Dr. Josef Hochgerner (Zentrum für Soziale Innovation), Helene Honsell-Pumm (pensionierte Personalentwicklerin der Erste Bank), OMR DSA Sepp Schmidt, Maga (FH) Marlies Sutterlüty (Fachhochschule Campus Wien) und Barbara van Melle (freie Journalistin)
Koordination: Maga Petra Radeschnig