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Acht Tage für die Zukunft zweier Kirchenräume

Sommeruniversität Feldkirch-Nofels, 28. August – 4. September 2026

Acht Tage intensives Arbeiten, Diskutieren, Erforschen – und auch Verwerfen: Das war die Sommeruniversität in Feldkirch-Nofels, mit der Fragestellung, wie zwei Kirchenräume nebeneinander auch in Zukunft funktionieren, erhalten werden können und sich vor allem öffnen. In den Laboren Licht, Kunst, Architektur und Social Design erarbeiteten 15 Studierende unterschiedliche Konzepte, alle mit dem gleichen Ziel und alle im Austausch untereinander.

 

 

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Licht: vom Röntgenblick bis zum Kerzenschein

Das Labor Licht schlug vor, das Innere der alten Pfarrkirche mit einem „Röntgenblick" sichtbar zu machen – eine Lichtinstallation, die das Innere des Depots der alten Kirche auf die Fassade am Kirchplatz projiziert. Mit interaktiven Kerzenständern im Außenbereich wiederum sollte die Schwelle der Kirchenräume nicht mehr als Hindernis, sondern als sakraler Übergang erfahrbar werden: Jede Spende aktiviert und verändert das Flammenbild eines individuell gestalteten Kerzenständers und macht so sichtbar, wie sich Künstler*innen mit Licht, Hoffnung und Liebe über kulturelle Grenzen hinweg auseinandersetzen. Auch die Spiegelung der Kirchenfenster von alter und neuer Kirche auf die jeweils gegenüberliegende Fassade zeigte von einer intensiven Beschäftigung damit, was Licht im Sakralraum ausmacht und wie es von innen nach außen getragen werden kann – ergänzt durch die Idee, den Brunnen zwischen den beiden Kirchen über die Straßenlaternen anzustrahlen, sodass sich seine Wasserreflexion auf der Fassade der neuen Kirche spiegelt.

 

KKV / Poolbar Bauamt Kooperation 2026
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Kunst: der Bestand als Ausgangspunkt

Die Kunst ging ihren eigenen Weg, indem sie performativ mit dem Bestand arbeitete: Die Kreuzwegstationen der alten Kirche hängte sie in die neue Kirche, jene der neuen Kirche platzierte sie zu den Kirchgängerinnen in die Bänke, unter sie. In der neuen Kirche machten Papierbahnen die Achsen und die Raumhöhe entlang des Mittelgangs neu erlebbar, während verhüllte Seitenaltarfiguren deren Präsenz und Dimension bewusst werden ließen. Sie schuf aber auch eine Lounge in der Empore, da sie hier dem Sakralraum und der persönlichen Andacht am wenigsten störend ist, gleichzeitig eine Einladung in die Kirche schafft. Unter der Empore inszenierten die Studierenden zudem alte Kunstwerke aus dem Depot mit Verpackungsmaterial – unter dem Motto „Neue Kunst bildet den Raum für die alte Kunst". Weiter gedacht wurde auch mit dem Vorschlag einer Künstlerresidenz: ein Gästezimmer im Pfarrhof, mit eigenem Zugang und Gemeinschaftsküche, das Künstlerinnen kostenlos zur Verfügung gestellt werden könnte, um mit einer eigenen Installation den Sakralraum auf seine Sakralität hin zu befragen und zu stärken.

 

Architektur: Raum testen, öffnen, begrünen

Die Architektur provozierte und testete den Raum mit verstellbaren Gerüstebenen und einer langen Tafel aus alten, nicht mehr genutzten Altären in der alten Pfarrkirche. Eine neue Türöffnung zum Kirchplatz soll zudem die Achse zur neuen Kirche stärken. In der neuen Pfarrkirche öffneten die Studierenden den Raum mit flexiblen Glaselementen zwischen den bestehenden Pfeilern und schufen mit einem Bachlauf quer durchs Kirchenschiff und mit Bepflanzung, die teilweise durch die Decke wächst, einen ökologischen Beitrag zur Raumklimasteuerung – gedacht als eine Art öffentlicher Gewächshausgarten. Auch den Außenraum ließen sie nicht unbemerkt: Durch neue Wegführungen, vom Kreisverkehr beginnend über das ganze Areal hinweg bis zum Waldfriedhof, schufen sie öffentliche Begegnungszonen, die von lebendigen Bereichen bis hin zu bewusst ruhig gehaltenen Rückzugszonen reichen.

 

KKV / Poolbar Bauamt Kooperation 2026
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Social Design: in kleinen Schritten von außen nach innen

Das Social Design präsentierte einen klaren Phasenplan: von außen nach innen gehend, in kleinen Schritten. Mit einfachen, niederschwelligen Maßnahmen wie einem Tischtennistisch am Kirchplatz beginnt die Testphase; in einer zweiten Phase wird geprüft, was bei Bevölkerung und Pfarre ankommt; in einer dritten, mehrwöchigen bis mehrmonatigen Phase werden bewährte Maßnahmen mit kleinteiligen baulichen Eingriffen weiter erprobt, bevor erfolgreiche Konzepte in ein dauerhaftes Modell münden. Nutzungen, die im Zentrum von Nofels gewünscht und gesucht werden, sollen so in kleinen Schritten über den Außenraum in die beiden Innenräume geführt werden, ohne den Sakralcharakter zu verlieren – von klassischen karitativen und diakonischen bis zu neuen ökologisch-sozialen Nutzungen wie einem Pflanzendepot oder Cooling-Räumen, stets ohne Konsumzwang. So kann in Testphasen ausprobiert werden, was funktioniert, was Anklang findet und wovon man sich besser wieder verabschiedet.

 

KKV / Poolbar Bauamt Kooperation 2026
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Ein Weg, der weitergeht

Es war eine intensive und lange Zeit – und wie die stellvertretende PKR-Vorsitzende Hannelore Wehinger zum Abschied meinte: „Wir werden definitiv den Weg weitergehen, und am liebsten würde ich euch alle hier behalten." Was von den Ideen Anklang findet, was funktionieren könnte und wo vielleicht die eine oder der andere mit ihrem Projekt nach Nofels zurückfindet, wird die Pfarre in den nächsten Wochen intensiv beschäftigen.

 

Wen es interessiert: Die Präsentationsplakate sind derzeit noch in der neuen Pfarrkirche zu besichtigen. Aber auch danach sollen die Arbeiten in einer Ausstellung und/oder Zusammenfassung allen zur Verfügung gestellt werden – denn die Ergebnisse sollen auch für andere Pfarren Denkanstoß und Hilfestellung für ihren eigenen Weg sein.

 

Veröffentlicht am 09.09.2026
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