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40 Jahre Engagement

Mehr als 40 Jahre engagierte sich Norma Walser in vielfältiger Weise in der Pfarre Göfis. Nun hat sie ihre letzte große Aufgabe beendet. Im Interview blickt sie auf diese lange und prägende Zeit zurück.

Du bist in Liechtenstein aufgewachsen. Welche Rolle spielte der Glaube in deiner Familie?

 

Norma Walser: Meine Familie war religiös, aber nicht besonders mit der Pfarre verbunden. Ich interessierte mich aber als Kind schon damals für den Ablauf der Messe und wünschte mir zu Weihnachten den zweisprachigen SCHOTT, das frühere Messbuch, um die damals noch lateinisch abgehaltenen Messen mitverfolgen zu können.

 

Wie hast du die ersten Jahre in Göfis erlebt? Du hast ja in eine große Familie eingeheiratet, zu der auch drei Priester gehörten.

 

Norma Walser: Ich bin 1972 nach Göfis gezogen, hatte aber noch einige Jahre die Arbeitsstelle in Liechtenstein. So konnte ich mich langsam in Göfis eingewöhnen. Allerdings war für mich der Kontakt mit den Priestern noch mit Respekt verbunden. Durch die Arbeit mit Pfarrer Elmar Simma während der Erstkommunionvorbereitung lernte ich ein anderes Bild vom Priestersein kennen.

 

Die Erstkommunionvorbereitung deines Sohnes Marco war der Einstieg in dein pfarrliches Engagement. Was hat dich dabei motiviert?

 

Norma Walser: Damals gab es die sogenannten Tischmütter-Runden, in denen die Kinder intensiv begleitet wurden. Dazu gab es Schulungen von Sr. Maria Larcher, der langjährigen Pastoralassistentin. So lernte ich das pfarrliche Leben kennen und wurde immer mehr eingebunden. Sr. Maria teilte mich dann auch als Lektorin ein. Vor meinem ersten Einsatz hatte ich allerdings eine schlaflose Nacht.

 

Nach der Geburt des zweiten Kindes Christine hast du dich entschlossen, deine Arbeitsstelle aufzugeben und dich auf die Familie zu konzentrieren. Was waren deine Beweggründe?

 

Norma Walser: Organisatorisch wurde es schwierig, mit zwei Kindern die Arbeitsstelle in Liechtenstein auszuüben. Obwohl es finanziell nicht einfach war, wollte ich ganz für die Familie da sein. Da war die ehrenamtliche Arbeit in der Pfarre eine gute Gelegenheit, den Horizont zu erweitern. Ich konnte mich schrittweise in die Themen einarbeiten, die mich interessierten. Damit verbunden war aber auch die persönliche Weiterentwicklung. Es gab nun keine schlaflosen Nächte mehr, wenn ich vorne am Lesepult reden sollte.

 

Welche Bereiche waren dir besonders ein Anliegen?

 

Norma Walser: Sr. Maria beteiligte mich schon früh an der Mitgestaltung von Andachten. Dabei begeisterten mich immer mehr die Bibeltexte. In Kursen bildete ich mich weiter, zudem formierten sich in ganz Göfis auch private Hausbibelkreise.

Pfarrer Wilfried Blum förderte die Abhaltung von Wortgottesdiensten durch Laien und bereitete die Pfarre intensiv darauf vor. Wir waren eine Gruppe von Frauen, die monatlich eine Feier gestalteten. Diese Wortgottesdienste gibt es inzwischen seit über 30 Jahren – sie sind mir zu einem echten Herzensanliegen geworden.

Ein weiterer Traum war für mich das Fastentuch. Es greift biblische Themen auf und soll möglichst viele Menschen aus der Pfarre einbinden. Anfangs wusste ich nicht, wie es verwirklicht werden kann, aber es wuchs Schritt für Schritt unter Mithilfe von kreativen Personen. Heute ist es in der Fastenzeit ein prägender Teil der Liturgie- und Raumgestaltung.

 

Zehn Jahre warst du auch Vorsitzende des Pfarrgemeindeteams, die damalige Form des Pfarrgemeinderates. Was waren damals die markantesten Punkte?

 

Norma Walser: Nach Beendigung der Tätigkeit von Pfarrer Blum wollten wir aktiv in die Nachfolgersuche eingebunden sein. Gemeinsam mit dem Pfarrkirchenrat nahmen wir Kontakt mit möglichen Kandidaten auf und wurden dabei auch von Dekan Herbert Spieler unterstützt. Nach vielen Gesprächen bot sich Norman Buschauer an, die Stelle zu übernehmen. Bis es so weit war, mussten wir ein halbes Jahr mit Provisorien überbrücken, was mit viel Einsatz der pfarrlich Verantwortlichen verbunden war.

 

Du warst auch lange Jahre Leiterin der Pfarrcaritas. Was ist dir dazu in Erinnerung?

 

Norma Walser: Schon in den 1970er-Jahren bildete sich in Göfis ein von der Pfarre unabhängiger Sozialkreis, bestehend aus ehrenamtlichen Frauen. Mit Unterstützung durch die Gemeinde organisierten sie regelmäßige Nachmittage für Senioren, die sogenannte „Altenstube“. Über die Jahrzehnte änderten sich die Tätigkeiten des Sozialkreises. Als altersbedingt ein Wechsel in der Leitung und einiger Mitglieder anstand, wurde ich gefragt, ob ich diese Aufgabe übernehmen würde.

Wir benannten ihn nun in „Göfner Pfarrcaritaskreis“ um und gaben ihm neue Schwerpunkte. Dazu gehören regelmäßige Besuche bei Senioren, Feier der Krankensalbung, Treffen für Betreuende, Flüchtlingsbetreuung in vielfacher Form.

 

Schon früh wurden in Göfis bei Todesfällen die Totenwachen, früher auch Rosenkranz genannt, von Laien gestaltet. Wie kam es dazu?

 

Norma Walser: Pfarrer Blum bezog uns schon in den 1990er-Jahren in die Mitgestaltung bei den Totenwachen ein, zuerst als Lektorinnen, dann bald als Alleinverantwortliche. Dazu zählten die Kontaktaufnahme mit den Angehörigen, Erstellung von Lebensläufen und die Gestaltung der Feier. Seither werden die Totenwachen ausschließlich von Ehrenamtlichen durchgeführt. Das war auch meine letzte größere Aufgabe in der Pfarre, die ich bis zuletzt mit Herzblut gemacht habe.

 

Was war dir in dieser langen aktiven Zeit in der Pfarre wichtig?

 

Norma Walser: In all diesen Jahren sind diesen Weg viele Menschen mit mir gegangen, haben meine Ideen unterstützt und vieles mitgetragen. Es war mir ein Anliegen, Menschen einzubinden und für die Sache Jesu zu begeistern und gemeinsam Pfarrgemeinde zu leben. Dafür möchte ich allen danken – es war eine sehr bereichernde Zeit.

 

Von Richard Sonderegger

 


 

Zur Person

 

Norma Walser

  • geboren im Mai 1948
  • aufgewachsen in Schaan / FL
  • Angestellte/Buchhaltung
  • Heirat 1972 mit Hans Walser
  • Kinder: Marco, Christine, Elisabeth, Franziska
  • Funktionen in der Pfarre: Pfarrgemeinde-Team, Lektorin, Kommunionhelferin, Liturgiekreis, Pfarrcaritaskreis, Totenwache-Team, Wortgottesdienste, Bibelrunden …

 

 

Liebe Norma, wir möchten dir für dein Mitgestalten der Pfarre Göfis von ganzem Herzen danken! Deine Arbeit hat die Pfarre wesentlich geprägt!

Veröffentlicht am 15.06.2026
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