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Peter Steidl
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Erntedank 2026

Danken, weil uns so vieles geschenkt wird

Das Erntedankfest 2026 fiel heuer genau auf den 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi. Entsprechend stand der Familiengottesdienst - konzipiert vom Familienmesseteam - am Sonntag, dem 4. Oktober ganz im Zeichen dieses großen Heiligen, der von der Natur und den Spuren Gottes begeistert war. Genau vor 800 Jahren – im Jahr 1225 – dichtete er den Sonnengesang, dieses wunderbare Erntedanklied und Loblied auf Gott.

 

Inspiriert von seiner Naturspezialität hatten viele fleißige Hände für diese sonntägliche Eucharistiefeier ein wunderbares Ambiente in der Kirche geschaffen. Neben den Gaben der Schöpfung, die von den Gläubigen in Form von liebevoll dekorierten Erntedankkörben zur Segnung in die Kirchen gebracht wurden, waren es die kleinen dekorativen, botanischen Kreationen am Beginn jeder Bankreihe, ein Herbststrauch mit farbigen Früchten um das Taufbecken, an dem Kinder selbstgestaltete Vogelattrappen aufhängen konnten, die kunstvoll gestaltete Schale vor dem Altar und vor allem der von der Decke hängende außergewöhnliche Blickfang rechts neben dem Altar. Alle Mitglieder vom Familienmesseteam und ganz speziell auch die Kinder haben sich an dieser Arbeit beteiligt. Alle ließen sich vom Sonnengesang des heiligen Franziskus inspirieren und schufen ein kleines „Weltall“ mit seinen Bausteinen - Sonne, Mond, Erde und all seinen Geschöpfen - eine einfallsreiche, schöpferische und originelle Leistung.

 

Eingebettet in diesen prachtvollen Rahmen zelebrierte Pfr. Noby Acharuparambil zusammen mit vielen Gläubigen den festlichen Gottesdienst, der von einer Gesangsgruppe mit passenden Liedern und herzerfrischenden Stimmen musikalisch begleitet wurde. Simone Amann-Ledetzky spielte auf der Gitarre und Caroline Appler mit dem Keyboard.

 

Besonders erwähnenswert war das Engagement der Kinder am Messgeschehen. Es zeichnete sich dadurch aus, dass sie ein Teil der Pfarrgemeinde waren, dass der Ablauf kindgerecht gestaltet war und in der Gestaltung auf sie Rücksicht genommen wurde und dass sie sich auch aktiv bei einzelnen Lektionen einbringen konnten.

 

Nach der Feier endete die Gemeinschaft nicht an der Kirchentür. Bei einer Agape am Kirchplatz blieb noch Zeit für Begegnungen, Gespräche und ein gemütliches Beisammensein.

 

Die Bäuerinnen versorgten die zahlreichen Kirchenbesucher*innen mit liebevoll zubereiteten kleinen Häppchen und Getränken. So wurde das heurige Erntedankfest zu mehr als einem schönen Gottesdienst. Es erinnerte daran, dass eine Verbindung besteht zwischen einer Getreideähre, einem Stück Brot und unserem täglichen Leben, die im Alltag leicht übersehen wird. Nicht alles was wir haben, ist selbstverständlich. Vieles ist Geschenk, was Pfr. Noby auch in seiner Predigt besonders betonte. Und wer das wieder erkennt, für den bekommt auch das kleine Wort „Danke“ eine ganz neue Tiefe.

 

Ein herzliches Vergelt´s Gott gilt zusammenfassend allen, die am Gelingen des heurigen Erntedankfestes beteiligt waren.

 

Familienmesseteam
Familienmesseteam
Peter Steidl
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Für Interessierte:

Der Sonnengesang v. Franz v. Assisi

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

 

Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne,
welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:
Von dir, Höchster, ein Sinnbild.

 

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet,
klar und kostbar und schön.

 

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteres und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst.

 

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

 

Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Feuer,
durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.

 

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.

 

Gelobt seist du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt.

 

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

 

Lobt und preist meinen Herrn
und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut.

 

Aus: Dieter Berg, Leonhard Lehmann (Hg.), „Franziskus-Quellen“
© 2009 Edition Coelde in der Butzon & Bercker GmbH

Veröffentlicht am 13.10.2026
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