Nachruf für Pfarrer Kaspar Hammerer

„Ich bin nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen.“ Diesen Satz aus Markus 10,45 wählte Pfarrer Kaspar im Jahre 1955 zu seinem Primizspruch. Er wurde am 25. Juni im Dom zu Innsbruck von Bischof Paulus Rusch zum Priester geweiht. Genau 62 Jahre später, am 25. Juni 2017, sollte sich sein Weg am Herz-Jesu-Sonntag vollenden. Dieser Weg führte ihn von seiner Heimatpfarre Batschuns zunächst über Bregenz nach Innsbruck, wo er von 1950 bis 1956 das Theologiestudium absolvierte. Bald nach der Priesterweihe kam Kaspar als Hilfspriester nach Weiler. Über manch andere Stationen – u.a. war er 20 Jahre lang Pfarrer in Braz – kam er dann im Jahre 1984 wieder nach Weiler, wo er schließlich eine neue Heimat finden sollte.

Pfarrer Kaspar war kein Mensch, der sich gerne in den Mittelpunkt gestellt hat. Er „heat sine Lüt schaffa lo“ – so könnte man sagen – und vertrat auch im hohen Alter ein modernes Verständnis von Kirche, das nicht klerikal ausgerichtet war, sondern die Beteiligung der Laien als unbedingt notwendig erachtete. Pfarrer Kaspar liebte die Liturgie, suchte den Kontakt zu allen Menschen, besuchte die Alten und die Kranken und feierte liebend gerne Hausmessen im kleinen Familienkreis. Er war ein großzügiger, toleranter und vertrauensvoller Mensch, der jeden, der sich in der Pfarre engagieren wollte, mit offenen Armen empfing.

Er hat unsere Kinder getauft, mit ihnen Erstkommunion gefeiert, Paare vermählt, uns näher zusammen gebracht und uns beim Verlust eines Angehörigen mit der würdigen Gestaltung des Abschieds geholfen, über die Schmerzen hinweg zu kommen.

Wir danken Pfarrer Kaspar für alles, was er in 33 Jahren für unsere Gemeinschaft getan und bewirkt hat und behalten diesen besonderen Menschen in unseren Herzen. 

(aus dem Weiler Impuls - August 2017)