Geschichte der Pfarrkirche Weiler

Neugotischer Neubau

Um das Jahr 1870 wurde in der Gemeinde Weiler der Neubau der Pfarrkirche diskutiert. Durch politische Differenzen verzögerte sich der Bau um einige Jahre und erst 1875 konnte durch den damaligen Pfarrer Zech der Neubau in Angriff genommen werden. Mit der Erstellung des Bauplanes beauftragte man den aus Württemberg stammenden Architekten und Wiener Dombaumeister Friedrich von Schmidt (1825-1891), der als Erbauer des Wiener Rathauses international zu Ansehen gekommen war. Der von ihm in großen Dimensionen etablierte neugotische Stil fand auch in Vorarlberg seinen Niederschlag. Neben der Pfarrkirche Weiler entwarf er die Pläne für die Pfarrkirche Frastanz (1885) und Silbertal (1892) und beeinflusste damit den Kirchenbau in Vorarlberg maßgeblich. Die Ausführung des Neubaues der Weiler Pfarrkirche übernahmen die Feldkircher Handwerker Fidel Kröner und Franz Josef Weiß. 1875 konnte der Bau vollendet werden, ein Jahr später wurde die neue Pfarrkirche zu Ehren des heiligsten Herzen Jesu eingeweiht.

Architektur und Ausmalung

Die Pfarrkirche Weiler spiegelt den neugotischen Stil schlicht und elegant wieder. Die Außenansicht wird durch den schlanken Westturm mit Spitzhelm bestimmt, die Portale und Fenster zeigen die typischen Spitzbögen, die Neigung des relativ steilen Satteldaches wird in der Portalgestaltung aufgegriffen.

Die Ausmalung der Kirche erfolgte in mehreren Etappen. 1879 wurde zunächst von Johann Graber aus Rankweil im Chorgewölbe Dekorationsmalerei angebracht, um 1900 wurde schließlich der gesamte Kirchenraum mit dekorativer Malerei versehen und die Apostelfiguren, Regenbogen, Lamm Gottes und Engel von den Dornbirner Malern Alfons und Engelbert Luger hinzugefügt.

Altäre und Ausstattung

Die neugotischen Altäre wurden bei der Innenrenovierung 1971 entfernt und im Jahr 2003 rekonstruiert. Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Josef geweiht, der linke Maria. Der Hochaltar mit dem Tabernakel ist als Flügelaltar gestaltet und bildet eigentlich nur den Unterbau des zentralen Glasgemäldes das die Chorwand dominiert.
In diesem in vier Felder geteilten Fenster wird in der Hauptszene der göttliche Heiland dargestellt, wie er der hl. Marguerite-Marie Alacoque (1647-1690) erscheint. Diese Heilige lebte im 17. Jahrhundert und trug mit ihren Visionen maßgeblich zur Entwicklung der Herz-Jesu-Verehrung bei. Flankiert wird die Szene vom Ordensgründer des Salesianerinnenordens (die hl. Marguerite-Marie Alacoque war Salesianerin), dem hl. Franz von Sales, sowie dem hl. Johannes Evangelist, der in seiner Passionserzählung das Schriftwort aufnimmt: „Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben.“ (Joh 19,36). Dieses architektonisch in die Gesamtgestaltung des Hochaltarbereiches integrierte Glasgemälde wurde von der Tiroler Glasmalerei-Anstalt in Innsbruck ausgeführt.

Die Orgel stammt von der Fa. Gebrüder Mayer (Feldkirch) und wirde 1976 erbaut, sie besitzt neun Register auf zwei Manualen und Pedal. Das Geläute im Turm besteht aus vier Stahlglocken der Fa. Böhler (Kapfenberg), die 1922 geliefert wurden.

Eine detaillierte Beschreibung der Kirche liegt als Kirchenführer vor, der in der Pfarrkirche erhältlich ist (Schnell & Steiner, Kunstführer Nr. 2715).

Bilder von den Glasfenstern und Seitenaltären finden Sie hier.
Einen Ausflug in den Glockenturm können Sie hier machen.