Der Begriff „Spiritualität“

Im deutschen Sprachgebrauch ist der „Spiritualität“ erst nach dem Zweiten Weltkrieg üblich geworden. Er wurde als Fremdwort aus dem Französischen übernommen, wo seit dem 17. Jahrhundert mit „spiritualité“ die persönliche Beziehung des Menschen zu Gott ausgedrückt wurde. Im französischen Katholizismus des frühen 20. Jahrhunderts bekam diese „spiritualité“ die Bedeutung der Lehre vom religiösen bzw. geistlichen Leben

Spiritualität - etwas sehr Konkretes

Der Mailänder Kardinal und Theologe Carlo Maria Martini beschreibt Spiritualität mit „Leben aus dem Geist“ und verweist auf einen Abschnitt aus dem Römerbrief des Apostels Paulus (Röm 12,9-21 – Aufforderungen zu einem Leben aus dem Geist). Anhand dieses Textes sehen wir, dass Spiritualität nichts Abstraktes, nichts Vergeistigtes, sondern etwas sehr Konkretes ist, etwas das tatsächlich mit dem Leben zu tun hat. Carlo Maria Martini beschreibt „Geist“ als „Selbstüberschreitung des Menschen“, als den Wunsch nach „echtem Menschsein“ – Geist als das in uns, was uns nach vorne treibt.

Eine geist-liche Lebensform

Spiritualität ist eine geistliche Lebensform. Das besondere Kennzeichen christlicher Spiritualität ist, dass sie sich auf den Geist Gottes, den Geist Jesu Christi bezieht. Christliche Spiritualität steht in Beziehung zu Gott, zu den Menschen und zur Welt.

(aus Skript. theolog. Fernkurs)