Wilkommens- und Verabschiedungskultur

Ministrantinnen und Ministranten leisten einen wertvollen Dienst in der Pfarrgemeinde. Die Kinder und Jugendlichen assistieren dem Priester oder dem beauftragten Laien bei liturgischen Feiern, bringen die Gaben zum Altar, läuten mit den Altarschellen oder tragen das Weihwasser und den Weihrauch. Durch ihren Einsatz sorgen sie für einen geordneten und dynamischen Ablauf und unterstreichen durch ihr Handeln bestimmte Vorgänge. Sie sind Mitfeiernde in der Pfarrgemeinschaft und durch ihr Mitwirken in der Liturgie tragen sie dazu bei, dass unsere Gottesdienste vielfältiger, festlicher und schöner werden.

Ihnen regelmäßig zu zeigen, wie wichtig und wertvoll ihr Engagement für die Pfarre ist, ist für die Mädchen und Jungen ungemein motivierend.

Ein liebes Hallo
Ein wertschätzender Umgang zeigt sich beispielsweise schon in der Sakristei. Ein freundliches und herzliches „Hallo! Schön, dass du da bist!“ von Mesner*in, Priester, Wortgottesdienstleiter*in oder Gruppenleiter*in trägt sehr zur Freude der Minis bei, ebenso – wie bei der Verabschiedung – ein „Danke, schön, dass du heute da warst!“.

Ein kleines Geschenk
Schon durch kleine Zeichen der Wertschätzung, wie das Übergeben von kleinen Aufmerksamkeiten zum Namenstag oder Geburtstag, ein offenes Ohr bei Problemen, eine finanzielle Unterstützung der inhaltlichen Arbeit der Ministrantinnen und Ministranten oder durch die Ermöglichung von gemeinschaftsstiftenden Aktionen, werden die Kinder und Jugendlichen motiviert, ihren Dienst weiterhin mit Freude auszuüben oder neue Minis für den Dienst zu gewinnen.

Fehlerkultur
Teil der Wertschätzungskultur ist auch die Frage, wie mit Unsicherheiten bei der Ausübung des Dienstes oder mit Fehlern und manchem „Ausrutscher“ umgegangen wird. Hier gilt es, sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass hier Kinder und Jugendliche tätig sind. Pannen sollen dabei durchaus offen angesprochen werden. Es ist aber nie hilfreich, die Minis dafür bloßzustellen. Ein freundliches Gespräch, in dem man auf das Missgeschick aufmerksam macht und gegebenenfalls das Angebot zur Unterstützung (z.B. wenn die Laufwege nicht klar waren) ist an vielen Stellen hilfreicher für die Ministrantinnen und Ministranten als eine Standpauke. Denn schließlich wollen Minis ihre Aufgabe ja selbst gut machen.

Eine Gemeinschaft, die trägt
Eine gute Ministrantenpastoral beschränkt sich aber nicht nur auf den liturgischen Dienst, wenngleich dieser sicherlich der elementare Kern ist. Jungschar und Ministrantenpastoral ist breiter zu denken. Es hilft den Kindern und Jugendlichen, die eigenen Talente zu entdecken, Dinge auszuprobieren und die persönliche Gottesbeziehung zu vertiefen. Gruppenstunden, Ausflüge sowie der Dienst am Altar ermöglichen Gemeinschaft mit all den anderen Ministrantinnen und Ministranten. Es schafft Räume, um über Erfahrungen zu sprechen und im Glauben zu wachsen. Dieses Gefühl, einer Gemeinschaft anzugehören, kann ungemein wohltuend sein und Erfahrungen möglich machen, die vielleicht das weitere Leben und das Bild von Kirche prägen.

Zeit schenken
Eine Möglichkeit, euren Minis Wertschätzung entgegen zu bringen ist, wenn ihr euch Zeit für die Kinder nehmt und sie zu einer gemeinsamen Aktion einladet. Eine andere Option ist, den „Arbeitsplatz“ der Ministrant*innen am Abend oder in der Nacht einmal kennen zu lernen und mit einem gemütlichen Essen ausklingen zu lassen.

Material: Taschenlampe, Teelichter, Musik, Informationen über ein Bild oder eine Heiligenstatue in der Kirche, Segenstext, Jause

Schön, dass du da bist
Alle Kinder treffen sich mit einer Taschenlampe zum vereinbarten Zeitpunkt vor der Kirche. Du begrüßt jedes Kind mit Namen und hältst für jedes Kind eine kleine Kerze bereit.

Du bittest die Kinder, einzeln die dunkle Kirche zu betreten und sich einen Lieblingsplatz zu suchen. Egal, ob in der Kirchenbank, im Altarraum, oder hinter einer Säule. Dort soll sich jede und jeder ruhig hinsetzen und sich dann langsam und aufmerksam umzusehen:

Was sehe ich von meinem Platz aus?
Was höre ich?
Was habe ich eben besonderes entdeckt?

Das Lied „My-lighthouse“ von Rend Collective könnte leise im Hintergrund abgespielt werden. Im Lied wird vom Leuchtturm gesungen, auf den wir uns auch in der Dunkelheit verlassen können, auf den wir vertrauen können und der uns sicher ans Land bringt.

So wie der Leuchtturm extrem wichtig ist, seid auch ihr ein sehr wichtiger Teil der Pfarrgemeinde. Auf euch Minis kann man sich verlassen und ihr seid zur Stelle, wenn man euch braucht. Auch in stürmischen Zeiten des Abstandhaltens habt ihr durchgehalten und seit jetzt mit Freude wieder vorne am Altar dabei.

Bewusst wahrnehmen
Versammelt euch wieder und lasst die Kinder über ihre Wahrnehmungen erzählen. Sucht euch anschließend gemeinsam ein Gemälde oder eine Heiligenstatue welches bzw. welche in eurer Kirche besondere Bedeutung hat aus. Schaut es euch mit der Taschenlampe genau an.
Wie wollte der*die Künstler*in Gottes Nähe ausdrücken?
Wie ist der Gesichtsausdruck dieser Heiligenstatue?
Was will uns dieses Bild sagen?
Wer kennt die Geschichte/die Bibelstelle dazu?
Was hat diese Person Gutes getan?

Loben und danken
Danach versammelt ihr euch um die Osterkerze. Jedes Kind darf seine Kerze mitbringen. Wenn alle Kerzen brennen, bittest du die Kinder ein Lob Gottes auszusprechen: „Guter Gott ich lobe dich, weil…! oder ich spüre Gott besonders, wenn … Danach antworten alle: „Wir loben dich, wir danken dir!“ Wer etwas gesagt hat, stellt seine brennende Kerze vorsichtig vor sich ab. Das kann er auch schweigend tun (es ist ok nichts auszusprechen), alle antworten trotzdem. Zuletzt bleibt ein Kreis brennender Kerzen rund um die Osterkerze.

Oder ihr lest gemeinsam als Gruppe in viele kleine Textteile zerteilt das Segensgebet. Ein Kind beginnt und liest bis zum Beistrich, dann darf ein anderes Kind, welches sich angesprochen fühlt, bis zum nächsten Beistrich weiterlesen. Wenn mehrere Kinder gleichzeitig zu lesen beginnen, dann lesen sie den Textteil gemeinsam.

Segenstext
Gott segne dich!
Ich wünsch dir Gottes Segen, ich wünsch dir seine Nähe, seine Kraft, ein reich erfülltes Leben über dem die Hand des Höchsten wacht, Liebe und Wärme, Gelassenheit in allem, was du tust, dass du auch in Stürmen sicher und im Frieden mit dir ruhst.
Ich wünsch dir Gottes Segen, entfalte alles, was du in dir spürst, die Dinge, die dir liegen, auch wenn du mal gewinnst und mal verlierst. Wag neue Wege, probiere dich einfach immer wieder aus, lass dich nicht verbiegen, lebe mutig, offen, geradeaus.
Gott segne dich, behüte dich, erfülle dich mit Geist und Licht.
Gott segne dich!

Martin Petter

Gemütlicher Ausklang
Ladet zum Abschluss die Kinder zu einem gemeinsamen Lagerfeuer mit Stockbrot oder einem gemütlichen italienischen Abend ein und drückt eure Wertschätzung für ihren wertvollen Dienst als Ministrant und Ministrantin aus. Nehmt euch Zeit und lasst den Abend mit bereichernden Sternengesprächen am Lagerfeuer ausklingen.

Miniurkunden

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