Andreas Eberle und Alexander Pehr sind Berufsoldaten. Gehen sie deshalb anders mit den Fragen nach dem Leben oder Sterben für eine Sache um?

„Nein“, antworten beide: Unabhängig voneinander habe ich sie gefragt: „Macht es Sinn, für eine Sache zu sterben?“ Ich war neugierig, zu erfahren wie Soldaten mit dieser Überlegung umgehen. „Eine Sache oder auch ein Gedanke, eine Idee kann nie so wichtig sein“, meint Alexander Pehr, „dass ein Leben dafür aufgegeben wird. Das Leben ist ein Wert an sich“. Und dass es nicht leicht ist, vom Leben Abschied zu nehmen, hat er schon miterlebt, als ein Vereinsfreund an Krebs gestorben ist. Der Kranke hätte gerne noch so viel getan und erlebt und er litt darunter, von seiner Familie Abschied nehmen zu müssen.


Andreas EberleAndreas Eberle (53) meint, dass es der Beruf des Soldaten mit sich bringt, sich Gefahren auszusetzen. Risiken gehören zum Leben dazu, findet er. Es falle jedoch leichter, diese Risiken für Menschen einzugehen, denen man sich emotional verbunden fühlt. Es falle leichter, das eigene Leben zu gefährden, damit diese leben können. Der Schutz des Lebens sei in jedem Falle so hoch wie möglich zu halten.

Das Leben ist immer besser als der Tod, sagt auch Andreas Eberle. Wofür er lebt? Ihm fallen da an erster Stelle seine Familie mit den beiden Kindern ein. Aber auch sein Engagement in der Personalvertretung, in seiner Wohnpfarre Lochau und im Pfarrgemeinderat der Militärpfarre Vorarlberg. Netzwerken will er für die Gemeinschaft, in der er lebt, damit das Gesamtgefüge so gut als möglich funktionieren kann.  


Alexander PehrAlexander Pehr (54) beantwortet die Frage, wofür er bereit ist zu leben, zunächst philosophisch: Das Leben entziehe sich einer Bewertung. Es ist für jeden Menschen wahrgenommene Realität und ohne Alternative: „Ich lebe um zu leben“, sagt Pehr, und: „Erst danach kommt die Frage, mit welchen Inhalten ich mein Leben füllen möchte.“ Für ihn sind das sein Beruf und die Freundschaften, die er pflegt. Vor allem in den drei Vereinen, in denen er sich engagiert: „Ich bin kein zurückgezogener Bücherwurm, ich bin ein sozialer Mensch.“

 

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