Sternsingeraktion 2019

Philippinen

Obwohl der fünftgrößte Inselstaat der Welt im westlichen Pazifik (Asien) zu den aufstrebenden Wirtschaftsnationen gehört, herrscht ein große Unterschied zwischen einer kleinen, wirtschaftlich starken Oberschicht und einer breiten Bevölkerungsmehrheit. Wolkenkratzerstädte mit vielen internationalen Unternehmen und ausgedehnten Slums ohne Strom- und Wasserversorgung sind keine Seltenheit. Die Hauptstadt Manila (23 Mio Einwohner/innen) ist eine der dichtbesiedelsten Städte der Welt.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Mindanaos, der zweitgrößte Insel der Philippinen, lebt in Armut. Auf der Suche nach einem besseren Leben zieht es viele Menschen in die Stadt, z.B. nach Davao-City, der Hauptstadt Mindanaos. Doch nur allzu oft werden ihre Hoffnungen enttäuscht.

Projekt Child Alert

Child Alert, Partnerorganisation der Dreikönigsaktion, schützt die Kinder vor Gewalt und Ausbeutung. Das engagierte Team ermächtigt sie, selbst aktiv zu werden und die Schule positiv abzuschließen. Den Eltern wird dabei geholfen, Einkommen zu schaffen und die Armut zu besiegen.

Kinderrechte achten und durchsetzen

Die Mitarbeiter/innen der Kinderschutzorganisation haben immer ein offenes Ohr für Sorgen und bieten Unterstützung und Zuspruch. Wenn sie von Problemen oder Gewalt erfahren, schreitet das Team von Child Alert ein und unterstützt die betroffenen Kinder und ihre Familien - auch im Umgang mit staatlichen Stellen. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Präventionsarbeit – damit es gar nicht erst zu Gewalt und Missbrauch kommt.

Viele sind vor der Armut am Land geflüchtet, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in der Großstadt. Gelandet sind sie in den Slums, in denen Arbeitslosigkeit, Mangelernährung, fehlende medizinische Versorgung und Bildung die Regel ist. Kinder sind von der Armut besonders betroffen, berichtet Bernie Mondragon (Projektleiter von Child Alert): „Die extreme Armut in Davao City zermürbt viele Eltern und zerstört Familien. Ohne Geborgenheit und ohne elterlichen Schutz steigt aber die Gefahr, zu Opfern von Gewalt, sexueller Ausbeutung oder Kinderarbeit zu werden. Kinder verkaufen Speisen oder Getränke auf der Straße, suchen verwertbare Materialien im Müll, sind tagelang mit den Fischern auf hoher See, tragen Lasten oder putzen in der Nacht den Markt. Und dann gibt es noch das schreckliche Verbrechen der Kinderprostitution oder Burschen werden als Drogenkuriere eingesetzt.“

Gegenseitige Unterstützung

Bewundernswert ist es, wie die Sozialarbeiterinnen von Child Alert es schaffen, die Kinder und Jugendliche in den einzelnen Barangays (Bezirken) der Stadt zu ermutigen, eine Gemeinschaft zu bilden, die sich gegenseitig unterstützt. Renie Taguibao ist einer von denen, die mit dieser Hilfe im Leben Fuß fassen. Als er 9 Jahre alt war, haben sich seine Eltern getrennt, neue Familien gegründet und ihn alleine gelassen. Seitdem lebt er ohne elterlichen Schutz immer dort, wo er gerade Unterschlupf findet. Um sein Leben zu bestreiten und die Schule abzuschließen, nutzt er seine besondere Fähigkeit. Er malt Bilder und verkauft diese um 250 Pesos (rund 4.- Euro) pro Bild.

 Die Rechte von Kindern im Bewusstsein – bei ihnen selber, bei den Eltern, aber auch in der Gemeinde und der Politik -,  zu verankern, das ist Bernie Mondragon besonders wichtig: „Und natürlich helfen wir den Kindern, einen guten Weg zu beschreiten – mit positivem Selbstbewusstsein, mit viel Gemeinschaftsgefühl und mit einem Schulabschluss.“