Pfarrkrankenpflege

In Wolfurt gibt es seit Ostern 1928 eine mobile Hauskrankenpflege. Sie lag bis 2001 fast ausschließlich in den Händen von barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz (“Kreuzschwestern“) und wird seit 1945 als „Pfarrkrankenpflege“ ohne Vereinsstruktur betrieben. Seit 1979 ist sie in den Räumlichkeiten des Seniorenheims Wolfurt angesiedelt und arbeitet dort im Interesse der betreuten Personen mit der Sozialdienste Wolfurt gemeinnützige GmbH sowie den niedergelassenen Hausärzten eng zusammen. Die Pfarrkrankenpflege wird mit angestellten Pflegefachkräften durchgeführt und derzeit durch den Pfarrkirchenrat ehrenamtlich organisiert.

Die sieben diplomierten Gesundheits- und Krankenschwestern sind für die pflegerischen Belange im ambulanten, extramuralen Bereich (d. h. bei vor Ort zu versorgenden Personen) zuständig und bieten professionelle Pflege und fachkundige Beratung entsprechend den individuellen Bedürfnissen der Patienten und Angehörigen.

Das Pflegepersonal verfügt über verschiedenste Spezialausbildungen (z.B. im Bereich Wundmanagement, Gerontopsychiatrie, Schmerztherapie, Palliativpflege, Sterbebegleitung) und unterstützt, begleitet und motiviert im Pflegealltag die pflegenden Angehörigen und Betreuungspersonen. Die Pfarrkrankenpflege leistet einen wichtigen Beitrag im Sozialsystem, indem die Verweildauer im Krankenhaus verkürzt, der Heilungsprozess gefördert, die Wiedererlangung der Selbstständigkeit angestrebt und Pflegeheim-Aufenthalte vermieden bzw. hinausgezögert werden. Primäres Ziel ist es, bei allen kranken und pflegebedürftigen Personen jeden Alters die Betreuung und Pflege im eigenen Zuhause zu ermöglichen.

Bei Bedarf können auch betriebseigene Pflegebetten mietweise zur Verfügung gestellt sowie Pflegebehelfe und Pflegeartikel vermittelt werden.

Die Finanzierung erfolgt zum überwiegenden Teil aus Zuschüssen des Sozialfonds des Landes Vorarlberg (60% Land, 40% Gemeinden) und Vergütungen der Krankenkassen. Die in Vorarlberg gültigen Richtlinien sehen jedoch auch vor, dass die Hauskrankenpflege etwa zu 40% aus Eigeneinnahmen zu finanzieren ist. Auftretende Finanzierungslücken werden üblicherweise von den Gemeinden übernommen.

Daher ist auch die Pfarrkrankenpflege Wolfurt auf die Pflegekostenbeiträge, die freiwilligen Privat-, Firmen- und Todfallspenden sowie die Einnahmen aus der Haussammlung angewiesen. Mitgliedsbeiträge werden in Wolfurt keine erhoben, sodass bei medizinischer Notwendigkeit jede Person unsere Dienste in Anspruch nehmen kann.

Pflegeleitung: DGKS Michaela Erath

Geschäftsleitung: Peter Heinzle

Kontakt:

Tel.: 05574/71326-600
Fax: 05574/71326-605
Mo – Fr: 11:00 – 12:00 Uhr 
Außerhalb der Bürozeiten bitte auf den Anrufbeantworter sprechen.

Bei akuten Fragen: Ärzte-Notruf 141

Aktuelle Informationen finden sich auch jeweils im neuesten Pfarrblatt UNTERWEGS

 

Geschichte der Pfarrkrankenpflege Wolfurt:

- Bereits am 5. April 1926 – und somit zwei Jahre vor Ankunft der ersten beiden Kreuzschwestern am 20. April 1928 - wurde der Krankenpflegeverein Wolfurt gegründet. 1938 wurde der Verein der NS-Volkswohlfahrt unterstellt, am 27. Juni 1939 aufgelöst. Die Schwestern durften ihren Dienst überraschenderweise unverändert fortführen. Nach Kriegsende wurde zwischen Pfarrer Wilhelm Brunold und Bürgermeister Ludwig Hinteregger von einer Neugründung des Vereins abgesehen und vereinbart, die von Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz („Kreuzschwestern“) erbrachte Krankenpflege ohne Vereinsstruktur zu organisieren (Gebhard Hinteregger, Berta Gmeiner) und die Finanzierung durch eine jährliche Haussammlung und Todfallspenden aufzubringen. Das Modell „Pfarrkrankenpflege“ war geboren (vgl. Heimat Wolfurt, Heft 15, März 1995).

- Mit der Gründung des Pfarrgemeinderates 1971 übergab Ludwig Hinteregger die Organisation der Pfarrkrankenpflege an Dr. Paul Schwärzler und Werner Mohr, der die organisatorischen Aufgaben, d.h. insbesondere die Aufbringung und Sicherstellung der finanziellen Mittel übernahm.

- Die Pfarrkrankenpflege hatte seit Anbeginn die vorbehaltslose Unterstützung der Gemeinde, welche die Räumlichkeiten (bis 2002 die Wohnung für die Kreuzschwestern; Büro, Bettenlager,) und die Garagen/Abstellplätze für die Dienstkraftwagen zur Verfügung stellte und allenfalls den jährlichen Abgang übernahm. Anfangs im alten Posthaus im Strohdorf und ab 1963 in der Kreuzstraße 1 untergebracht, ist die Pfarrkrankenpflege seit 1979 in den Räumlichkeiten des Seniorenheims Wolfurt angesiedelt und arbeitet dort mit dem Sozialzentrum (Seniorenheim, Mobiler Hilfsdienst, Case-Management) eng zusammen.

- Bereits seit 1983 wurden die Kreuzschwestern vereinzelt durch weltliches Krankenpflegepersonal unterstützt. So arbeitete zB. Michaela Erath ab 1994 jeden Dienstag, und ab 1.April 1995 wurde Renate Gruber als Pflegehelferin im Ausmaß von 75% von der Gemeinde für die Pfarrkrankenpflege angestellt.

- Beinahe zeitgleich mit dem krankheitsbedingten Ausscheiden der letzten Kreuzschwester Sr. Paulina im November 2002 übernahm der stellvertretende Obmann des Pfarrkirchenrates, Peter Heinzle per 21.1.2003 von Werner Mohr die Aufgaben des operativen Geschäftsführers der Pfarrkrankenpflege.

- Um die Spendenbegünstigung im Sinne des § 4a EStG zu erlangen (SO 1438), wurde die Pfarrkrankenpflege im Jahr 2009 als eigenständiger Betrieb gewerblicher Art der Pfarre eingerichtet.

- Die derzeit durch den Pfarrkirchenrat ehrenamtlich organisierte Pfarrkrankenpflege wird mit angestellten Pflegefachkräften durchgeführt. Der Auf- und Abbau der Pflegebetten erfolgt durch ehrenamtliche Helfer.

- Das Pflegepersonal besteht derzeit aus:

♥ DGKP Michaela Erath
♥ DGKP Andrea Schwarz-Weiskopf
♥ DGKP Lucia Hinteregger
♥ DGKP Sabine Fetz
♥ DGKP Ursula Geiger-Hinteregger
♥ DGKP Claudia Moosbrugger
♥ DGKP Simone Eberle (KU)