Seit einem halben Jahrhundert ist Prof. Rudolf Zündel als Künstler tätig. Der gebürtige Bezauer wohnt seit 49 Jahren mit seiner Frau Marlies in Schwarzach. Er ist ein stiller, tiefgründiger Künstler, der mit seiner Kunst immer wieder überrascht und begeistert. Für die Renovierung der Wallfahrtskirche Bildstein hat Zündel nun Werke gestaltet.

Petra Baur

Zündel ist Maler, Grafiker, Fotograf und Büchermacher. Werke des 78-Jährigen findet man u.a. in der Albertina in Wien, im Rupertinum in Salzburg, im Vorarlberger Landesmuseum und im Landhaus in Bregenz.
Der Schwarzacher begann in den 1960er-Jahren als Autodidakt mit der Malerei, im „Brotberuf“ war er Cheffotograf bei den „Vorarlberger Nachrichten“.
Zündels bevorzugte Stilrichtung ist der Realismus.  Mit seinen Kunstwerken unterstützt er auch soziale und kirchliche Projekte. Jüngstes Beispiel ist ein so genanntes „Graphos“ in Kreuzform. Mit dem Verkaufserlös der Bilder wird die Renovierung der Wallfahrtskirche in Bildstein unterstützt. Im KirchenBlatt-Interview erklärt der sympathische Künstler unter anderem die von ihm entwickelte Stil-Richtung „Graphos“:

KirchenBlatt: Können Sie ungefähr sagen, wie viele Kunstwerke Sie bisher gefertigt haben?

Prof. Rudolf Zündel: Eine Frage, die ich nicht beantworten kann, da ich noch keine Zeit hatte, einen Oeuvre-Katalog anzulegen. Das Schaffen ist sehr vielfältig, erstreckt sich von der Fotografie über Grafik, Zeichnungen, Reiseskizzen, Aquarellen, Ölmalerei, Druckgrafik wie Lithografie bis hin zu Radierung und Inkjet-Grafik, vor allem aber zu der von mir entwickelten Technik „Graphos“, eine Mischung aus Grafik und Fotografie. Dazu kommen Illustrationen, Spielkarten und Medaillen.

Für die neue Orgel der Pfarrkirche in Schwarzach, für die Polen- und die Albanienhilfe wurden von Ihnen bereits Lithografien mit Motiven der Kirche angefertigt und zum Verkauf angeboten. Wie war damals die Resonanz?

Zündel: Gut, es kamen jeweils beachtliche  Summen zusammen und an mancher Wand von Schwarzacher Haushalten hängt ein Zündel.

Auch die Sanierung der Wallfahrtskirche in Bildstein wird von Ihnen unterstützt. Warum dieses „kirchliche Engagement“?

Zündel: Wenn Hilfe von oben kommt, so soll auch etwas zurückgegeben werden. Im Falle Bildstein durch Gespräche mit unserem Seelsorger Mag. Paul Burtscher, dem es ja mit der Renovierung nicht leicht gemacht wurde. 

Auf dem Graphos für Bildstein ist ein Kreuz aus Steinen zu sehen, in das religiöse Elemente, im Vordergrund die Gottesmutter Maria, verwoben sind. Wie sind sie auf das Motiv gekommen?

Zündel: Bei einem Besuch der Kirche entdeckte ich einen kleinen, unverputzten Teil in der Mauer in Kreuzform. Aus dieser Form entwickelte ich den goldenen Schutzmantel der Madonna.

Was bedeuten Ihnen Kirchen?

Zündel: Kirchen sind frühe Zeugnisse vom Zusammenhalt der Gläubigen -  ich glaube, dass es früher einfacher war eine Kathedrale zu bauen als heute eine kleine Kirche zu renovieren.

Vielen Dank für das Gespräch. «

Informationen

Das „Graphos“ von Prof. Rudolf Zündel in limitierter Auflage kann im Pfarramt in Bildstein (T 05572 58367) um 100 Euro erworben werden. Der Reinerlös dient der Sanierung der Wallfahrtskirche in Bildstein.