Weihnachtsbotschaft 2021 von Pfarrer Georg

Nach meiner Bandscheibenoperation und dem Herzinfarkt hat mich in den Adventswochen etwas immer wieder bewegt und gleichzeitig nachdenklich gestimmt: Weihnachten wird alles anders! Es wird ein echtes, ein zutiefst menschliches Fest, ein Fest der Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit, Geborgenheit und Getragensein. Ein Fest der Menschlichkeit, die ins Herz trifft, das Herz warm macht und den Menschen aufatmen, durchatmen und sich neu auf den Weg machen lässt.

Doch als ich einen Artikel über Weihnachten in einer deutschen Zeitung las, stellte ich nüchtern fest, dass etwas alles auf den Kopf stellen wird: „Das Virus hat geschafft, was keine Macht der Welt bislang geschafft hat: Es hat das bürgerliche Weihnachten geschrottet. Es hat das wirkmächtigste Fest im weltweiten Jahreskreis einfach über den Haufen geworfen. Im Heimeligen und Gemütlichen hat sich das Unheimliche breitgemacht, grinsend sitzt es auf den Kästen voller Freude und Frieden. Die Nähe ist zur Gefahr geworden, jede Sicherheit vorläufig.“

Es erinnerte mich sofort an das Homeoffice, die Kurzarbeit, die Arbeitslosigkeit, die Kinder, die wochenlang zu Hause betreut werden, bittere Einsamkeit in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, keine Konzerte, keine Weihnachtsmärkte und Betriebsfeiern, dazu Abstand, Hygienevorschriften, Mund- und Nasenschutz, und und und … Es warf mich ordentlich aus der Bahn. Blitzartig wurde alles Dunkel um mich herum und auch eiskalt! Mitten in meiner Kälte, Einsamkeit und Dunkelheit rufte mir der Engel zu: „Fürchte dich nicht. Heute ist für dich der Heiland geboren – das Licht, das deine Dunkelheit erhellt.“
Mir wurde warm ums Herz und es überkam mich eine große Freude. Justament erinnerte ich mich: Jesus ist auch mitten im Chaos Mensch geworden. Für Maria und Josef war alles Vertraute, alle Sicherheit, alle menschliche Nähe weggefallen. Mitten in der Nacht, in Kälte und Einsamkeit ist Jesus zur Welt gekommen.

Also besteht doch auch für uns heute eine Chance in der Feier der Geburt des Gotteskindes! Und dieses Gotteskind sagt: "Ich bin da! Ich bin bei dir! Ich bin dein Leben! Dein Gesicht kenne ich. Für dich bin ich Mensch geworden. Ich bin es, dein Licht!"
Zu diesem Licht darf ich kommen mit meiner Traurigkeit und meiner verlorengegangenen Lebensfreude. Zu ihm darf ich kommen mit enttäuschter und verletzter Liebe. Zu ihm darf ich kommen in den Nächten meines Lebens, weil durch diesen menschgewordenen Gott die Welt unter einem neuen, einem guten Stern steht. Mehr noch lädt dieses Kind uns ein, unsere Lebenschancen, die in so mancher Nacht und in so manchem Scheitern stecken, mit zwei Händen anzupacken, damit ER in uns und durch uns Mensch werden kann.

Also streifen wir das Geschehen der Heiligen Nacht nicht zu schnell ab. Sehen wir uns nicht zu schnell satt an dem schönen Kind in der Krippe. Machen wir vielmehr seine Augen zu unseren Augen, seine Ohren zu unseren Ohren und seinen Mund zu unserem Mund. Machen wir seine Hände zu unseren Händen, sein Lächeln zu unserem Lächeln und seinen Gruß zu unserem Gruß. Denn je dunkler mein Leben ist, in mir und um mich herum, umso strahlender leuchtet der helle Morgenstern, der in diesem neugeborenen Kind seine unwiderstehliche Wirkung entfaltet.
Möge das Kind in der Krippe uns mit seinem Segen stärken und ermutigen für das Kommende!

Frohe und gesegnete Weihnachten!

Euer Pfarrer Georg

 

Liebe Pfarrgemeinde,

trotz Lockdown können unter den aktuell geltenden Bedingungen weiterhin Gottesdienste gefeiert werden:

  • 1-Meter-Mindestabstand zu Personen, die nicht in einem Haushalt leben

  • FFP2-Maskenpflicht während des Gottesdienstes, auch beim Hinein- und Hinausgehen, sowie beim Kommuniongang (Schwangere und Kinder von 6 bis 14 Jahre können einen Mund-Nasen-Schutz tragen)

  • Desinfizieren der Hände mit dem bereitgestellten Desinfektionsmittel

  • Stark reduzierter Gemeindegesang

 

Weitere aktuelle Informationen:

 

Radiogottesdienste
Um allen Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern die Möglichkeit zu bieten, an Gottesdiensten teilzunehmen, überträgt ORF Radio Vorarlberg katholische Gottesdienste aus Vorarlberg live. Die Übersicht der Termine können hier heruntergeladen werden.

 

 

Adventgebet in der Pandemie
Um ein Zeichen der Hoffnung und der Verbundenheit zu setzen, möchten wir wie bereits im vergangenen Jahr im Advent zu einem abendlichen Gebet einladen. Vom 27. November bis zum 25. Dezember 2021 läuten dazu täglich um 20.00 Uhr die Glocken in den Pfarr- und Klosterkirchen. Zu dieser Zeit möchten wir alle herzlich einladen, zu Hause die Kerzen des Adventkranzes anzuzünden und miteinander das "Adventgebet in der Pandemie" zu beten. Diese Gebet könnt Ihr hier abrufen.