Abt Urban Federer gelang es auch heuer wieder unsere Firmlinge und die Gottesdienstbesucher zu begeistern.

 
Am 27. Mai 2016 spendete der Abt des Benediktinerklosters Einsiedeln, Urban Federer, bei uns in Nüziders das Sakrament der Firmung. Mit seiner positiven Art und Freundlichkeit gewann er die Herzen der Firmlinge und konnte ihnen und den zahlreichen Messbesuchern näherbringen, wie schön und erbauend es ist, wenn wir uns der inneren Stimme Gottes anvertrauen können.

In der Ansprache nahm er Bezug auf ein sehr ernstes und trauriges Ereignis - den Amoklauf in unserer Nachbargemeinde Nenzing. Sinngemäß sprach er davon, dass ein solches Ereignis viele von uns verunsichert, was zur Frage führe: "Wer bin ich? Was will ich?" In diesen Tagen beschäftigten wir uns zwangsläufig mit dem Gedankengut von Extremisten. Extremismus und Gewalt würden vor allem dort gedeihen, wo Menschen mit ihrem Leben nicht zurecht kommen. Meist hätten sie in ihrem Leben Ausgrenzung erlebt, hätten jede Hoffnung verloren. Oft führe die Enttäuschung zur Überzeugung, dass andere schuld sind.

Auch bei der Firmung stelle sich die Frage auf welche Stimme wir hören. Heute würden viele Stimmen auf uns einprasseln: "Du bist zu dick, zu wenig schön. Du kannst dir keine schicke Mode leisten. Du hast zu wenig Muskeln, kein Tattoo, kein Piercing oder nur ein uncooles Handy ..."
Auf welche Stimmen würden wir hören?

Er rate uns, nicht immer auf das Lauteste hören, sondern auf die innere Stimme, die seit 2000 Jahren unsere christliche Gesellschaft präge. Im Christentum hätten wir gelernt, auf eine innere göttliche Stimme zu hören, die zwar nicht alle Probleme löse und nicht alle Probleme aus dem Weg räume. Aber es sei eine Stimme, die uns stärke. Gerade in den Sakramenten würden wir göttliche Stärkung erfahren. In der Firmung im Zeichen der Salbung mit dem Öl, in der Taufe durch die Waschung und in der Eucharistie im Essen.

In der Firmung würden wir vor allem die eigenen Talente kräftigen und stärken. Die Firmlinge seien ganz persönlich angesprochen. Sie müssten sich nicht immer vergleichen. Sie hätten alle verschiedene Talente. In der Apostelgeschichte heiße es: Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Jeder einzelne werde gestärkt. In der Firmung wolle Gott die Beziehung mit jedem von uns durch die Kraft des Hl. Geistes vertiefen. Er sei der Beistand Gottes, der uns ein Leben lang begleite. Nicht wie Freunde, bei denen wir Angst haben müssten, dass sie gehen, wenn es uns nicht mehr gut gehe. Dieser Geist helfe uns im Glauben an Gott, an uns selbst, an eine Zukunft, an das Leben. Aber nicht nur an uns! Die Firmlinge würden in der Firmung erwachsene und damit vollwertige Mitglieder in der Gemeinschaft der Kirche. Sie könnten damit auch Verantwortung übernehmen für andere. Verantwortung übernehmen für andere sei eine Antwort auf Gottes Stärkung.

Unser Herz sei wie ein Kampfplatz. Dort tobe der eigentliche Krieg. Dort solle durch die Firmung Frieden einziehen. Die Firmung beinhalte die Botschaft: Von der Furcht zur Freude - für uns und für andere. Friede solle vor allem in die Herzen jener einkehren, die ihr Lebensglück von anderem abhängig machten. Die Botschaft der Liebe Gottes gelte vor allem für die Süchtigen (Spiele, Börsenkurven) und anderen blind gewordenen Menschen. Wer Gottes Stimme im Inneren stärke, der knicke nicht bei jeder Kritik ein, sondern wisse sich gehalten und getragen. Gott sage ihm: Du bist gerufen, meine Tochter, mein Sohn zu sein. Ich gebe dir dafür Frieden und meinen Geist. 

Die Stimme im GPS könne sagen, was sie wolle. Wenn man wisse, wohin die eigene Lebensreise gehe, dann müsse man nicht auf jeden Umweg hören. Wer keinen Traum vom Leben habe, wer keine Verantwortung übernehme, höre auf alle Stimmen, auch auf jene, die nicht gut seien (Extremisten). Wer jedoch in Frieden mit sich sei, wer aus dem Hl. Geist lebe, müsse nicht jeder Stimme nachgehen. Dafür spreche uns Gott immer wieder ein gutes Wort zu. Besonders in der Firmung seien wir eingeladen, diese erfüllende Stimme Gottes ins Herz zu lassen.

Zur Bildergalerie