53 Jugendliche haben am 26. Juni 2020 in unserer Pfarrkirche das Sakrament der Firmung empfangen. Als Firmspender durften wir auch heuer wieder Abt Urban Federer aus dem Kloster Einsiedeln begrüßen. Es war sehr beeindruckend, seinen lebhaften Worten zu lauschen. Ein paar Eindrücke wollen wir euch in diesem Bericht wiedergeben, zumal die Pfarrkirche ja für viele, die gerne dabei gewesen wären, geschlossen bleiben musste:

Einleitend nahm der Abt darauf Bezug, dass in Coronazeiten bei den Fußballfans keine Stimmung aufkomme. In den Geisterspielen fehlten Umarmungen, wenn ein Tor geschossen wird. Ohne Zuschauer und das Erlebnis der Gemeinschaft bleibe das Spiel emotionslos und langweilig. Es fehle der Spirit. Als Firmspender sei er da mit einem Problem konfrontiert. Er wolle bei der Firmung keinesfalls eine gespenstische Atmosphäre, sondern Begeisterung. Dazu müsse man sich zuerst einig werden, was mit dem Geist gemeint ist. Es gehe nicht um den Geist im Gespenstergewand, sondern um den Heiligen Geist. Mit diesem wolle er die Firmlinge begeistern. Sie selbst zu Geistträgern machen, damit sie andere begeistern können. Wenn sie nach Hause kommen, sollten sie so begeistert von dieser Firmung erzählen, dass die Eltern unbedingt den Film anschauen wollen.

So sei auch für die Zukunft der Kirche ihre Begeisterungsfähigkeit und ihre hoffnungspendende Kraft ein zentrales Element.

Wie im Evangelium gehört - hatten schon die Jünger von Jesus nach seiner Kreuzigung Angst. Sie hatten keine Hoffnung und keine Begeisterung mehr. Jesus nahm ihnen jedoch diese Furcht und gab ihnen Hoffnung. So sollten auch wir einander Hoffnung geben und füreinander da sein - besonders in Zeiten von „Corona“. Beispielsweise durch Besuche im Pflegeheim, durch gegenseitige Unterstützung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Coronakrise sollte uns mehr lehren als Abstand halten. Wir müssten lernen innern Abstand abzubauen. Da müssten wir als Kirche mehr als ein Abstandshalterverein sein. Wir müssten begeisterte Leute sein. Kein Geisterspiel spielen, sondern Hoffnung ausstrahlen. Das Gefühl der Zuversicht vermitteln, mit starkem Zusammenhalt und gegenseitiger Hilfe.

Während die Welt darauf schaut, was der Corona-Virus kaputt macht, kann eine geisterfüllte Kirche einen ganz anderen Akzent setzen. Wir könnten als Kirche einen anderen Blick in den Mittelpunkt stellen, indem wir mehr Solidarität zeigen - mit dem Kreuz im Mittelpunkt. Seine Botschaft zeige uns: Wenn jemand krank ist oder stirbt, dann ist dies nicht die letzte Antwort. Denn wir werden von einer großen Hoffnung getragen. Wir glauben daran, dass auch bei Krankheit und Tod, die Hoffnung - das Ja Gottes zu uns - größer ist als das Nein. Das Leben größer ist als der Tod.

Abt Urban machte dies am Beispiel eines Baumes deutlich: Dieser besteht aus Wurzeln, dem Baumstamm und den Ästen, welche zusammen die Baumkrone bilden (Lateinisch: „corona“).

Auch wir brauchen Wurzeln. Unsere Wurzel ist Jesus Christus. Das mussten damals auch die Jünger neu lernen. Als Jesus zu ihnen hinein kam, prüfte er nicht gleich ihren Glauben. Nein, er brachte ihnen zuerst den Frieden. Er nahm ihnen die Angst und öffnete ihre Herzen. So öffnet Jesus Christus auch uns die Herzen.

So wie der Saft durch den Baum bis in die Baumkrone fließt, so stärke uns der heilige Geist. Wenn wir in die Baumkrone schauen, dann sollen wir uns nicht vor dem Sturm - oder einem Astbruch fürchten. Vielmehr könnten wir den Leuten zeigen, wie wertvoll der Schutz der Baumkorona sein kann. Wir könnten also die Gesellschaft schützen und aufbauen, wenn wir merken: Es braucht uns alle - in der Gemeinschaft. Besonders in schlechten Zeiten. Auch jetzt bei der Firmung brauchen wir den Heiligen Geist. Jesus setzt auf begeisterte Leute. Leute die andere begeistern können. Wir sind also keine Geisterkirche, sondern eine eine Kirche, die begeistern kann, weil sie die Wurzeln in Jesus Christus hat und vom Saft des Heiligen Geistes bis in die Baumkrone hinein durchflutet wird. Dieser sorgt dafür, dass wir uns nicht nicht von den Widrigkeiten des Lebens erschlagen lassen, sondern gerade dort Hoffnung bringen, wo andere Leute sagen, es ist eh alles umsonst.

Musikalisch schwungvoll umrahmt wurde der Gottesdienst vom Geschwister-Trio Kerstin Konzett, Ursula Spalt und Miriam Moll sowie Annelotte Aichbauer an der Orgel. Als Andenken an diese Feier überreichte Pfarrer Karl einen geistiges Getränk, um in Corona-Zeiten auch von Innen gerüstet zu sein.

Mit einem feierlichen Empfang der Harmoniemusik Sonnenberg und persönlichen Fotos der Firmlinge mit ihren Paten und dem Abt auf dem Kirchplatz fand die Feier einen würdigen Aschluss.

Damit haben die Firmlinge die Eingliederung in die christliche Gemeinschaft abgeschlossen. Wir wünschen ihnen alles Gute und hoffen auf ein aktives Miteinander im pfarrlichen Leben der Gemeinde. Vielen Dank an alle, die bei der Gestaltung dieser heiligen Messe mitgeholfen haben!