Geschichte

Die günstige geographische Lage prädestinierte Nüziders als Siedlungsplatz schon in vorgeschichtlicher Zeit. Wann in Nüziders das erste Gotteshaus auf dem sog. ,,Bühel" errichtet wurde, ist nicht gesichert. Man vermutet einen Zeitpunkt gegen Ende des 5. Jahrhunderts. Jedenfalls hatte Nüziders als Mutterpfarre weiterer Seelsorgegründungen im Klostertal, als Sitz der Werdenberger Seitenlinie  (,,Sonnenberg") und als Gerichtsort bis ins frühe I9. Jahrhundert eine hochrangige Position inne.

Der Hl. Viktor von Mailand, der Hauptpatron der Pfarrkirche von Nüziders, gilt als der früheste bekannte Märtyrer von Mailand und genoss deshalb bereits beim Bischof Ambrosius (gest. 397) hohes Ansehen. Beim hl. Viktor selbst wird das Todesjahr um 303 angesetzt, es wurden verschiedene Tagesdaten tradiert, der wichtigste war der 8. Mai. Genau dieser Termin wurde später in Nüziders und in der Filialkirche zu Braz als Hochfest gefeiert.

Nüziders tritt auch ins Licht der Geschichte mit dem ,,Churrätischen Reichsurbar" von 842. Die Kirchen von Nüziders gehörten damals als königliche Lehen einem wohlhabenden rätischen Großgrundbesitzer namens Adam. Seit 949 verfügte das Kloster Einsiedeln über Grundbesitz in Nüziders. Außerdem existierte nach 800 in Nüziders ein respektabler Königshof im Besitz eines Lehensträgers Haltmann (Hartmann). Dieser Hof stand unzweifelhaft in engstem Zusammenhang mit der Vineriuskirche, die in einer Entfernung von nur 500 Metern von der Pfarrkirche erbaut worden war.