Franz-Xaverius-Kapelle

Kapelle zum Hl. Franz Xaver
Autor Benno Natter (Heimatbuch-Hohenweiler)

Östlich des Kirchdorfs, auf einem kleinen Hügel, steht die Xaveriuskapelle, neben der Pfarrkirche ein weiteres Zeugnis christlichen Glaubens und Handelns unserer Vorfahren. Als erste Stifter und Wohltäler sind Felix Feßler, Gastwirt in Hohenweiler und dessen Gattin Anna geb. Bernhardtin genannt. Sie stifteten 1676 Grund und Boden samt Eichenholz zum Bau einer Kapelle, gleichfalls weiteren Grund und Boden beiderseits des Weges Richtung Gehren als Widum zur Nutzung durch den jeweiligen Pfarrherrn. Gemäß Pfarrurbarium war der Kapellenhügel bewaldet, Schlägerurg des Bewuchses war erlaubt, nicht jedoch Rodung, um dem sandigen „Geschlif " nicht den Halt zu nehmen und um zu verhindern, dass die Mauern der Kapelle ins „Tobel" gerissen werden. Nachdem die Erlaubnis zum Bau einer Kapelle samt Gottesacker am 6. Juni 1676 durch Generalvikar zu Konstanz, Hw. Joseph von Ach erteilt worden war, erfolgte die Grundsteinlegung durch Pfarrer Franz Anton Drexel am 14. Juli 1676. Der erste Stein, ein roter, von weißen Streifen durchzogener Marmorblock mit einem „Gewicht von wohl 3 Centnern" wurde zu Ehren und im Namen der "Hochheilligsten Dreyfaltigkeit – Gott Vatters, Sohns und Heilligen Geistes und auch zu Ehren des heilligen Francisci Xaverii, Indianer Apostels" gelegt. Weitere Marmorblöcke als Grund-und Fundamentsteine wurden von Franz Hagen, Amman und Richter des Kellhofs in Hohenweiler, Felix Feßler, Gastwirt, Johann Gechter, Kirchenpfleger und Bauer aus Leutenhofen, sowie Georg Walser, Oberbergischer Kirchenpfleger und Bauer aus der Parzelle Höflings gestiftet.

Das Errichten des Mauerwerks lag in den Händen des Meisters Mathias Kolhaupt mit seinen Gehilfen Mathias Hinderegger, Michael Weishaar und Martin Letsch. Die Zimmermannsarbeiten oblagen Meister Martin Schönenberger, Zimmermann und Müller zu Gmünd. Frondienste während der Bauzeit verrichteten die Pfarrgenossen von Hohenweiler. Für den Ankauf von „Stainwerk , Eisen, Sturz und anderer Materialien" sowie zur Bezahlung der Handwerker stiftete der Hw. Pfr. Franz Anton Drexel „ein schönes Stück Gelt", weiteres steuerte die „Kirchenfabric" bei.

Am 17. Mai 1677 las dann Pfarrer Franz Anton Drexel die erste Hl. Messe in der neuen Kapelle zu „Ehren der Hochheilligsten Dreyfaltigkeit“. Gemäß Stiftsbrief sollte in der Kapelle jeden Mittwoch, zumindest während der Sommerzeit – Zeit des Wettersegens – eine Hl. Messe als Trost für die armen Seelen gelesen werden.
Geweiht wurde die Kapelle am 6. Oktober 1677 vom Bischof zu Konstanz, Sigmund Georg Müller zu Ehren des Hl. Franz Xaver, wobei gleichzeitig an 726 Gläubige das Sakrament der Firmung gespendet worden ist.
Der Schutzpatron der Kapelle, der baskische Edelmann Francisco de Jassu y de Javier, wurde am 7. April 1506 in Javier bei Navarra in Spanien geboren und studierte in Paris. Sein Zimmerkollege war Ignatius von Loyola, der mit seinen „Sechs Freunden im Herrn" 1534 die "Societas Jesu", den Jesuitenorden gründete. Auf Bitten des Papstes sandte Ignatius Franz Xaver, seinen persönlichen Sekretär, in die portugiesische Kolonie in Südasien. Am 7. April 1541 segelte Franz Xaver los und erreichte am 6. Mai 1543 Goa. Er verkündete die Frohbotschaft“ in Südindien, Vasai, Goa, Tamilnadu, Sri Lanka, Ostasien, auf den Philippinen, Malaya und Japan. Franz starb einen einsamen Tod auf der Insel Sancian in der Nähe von Kanton (China) am frühen Morgen des 3. Dezember 1552. Das von Georg Faißt 1893 gemalte Altarbild in der Kapelle zeigt den sterbenden Franz Xaver. Nach seiner Heiligsprechung 1622 wurde Franz Xaver 1748 zum Schutzheiligen Indiens und des ganzen Fernen Ostens und 1927 zum Patron aller katholischen Missionen auf dem Erdkreis ernannt.

Die Erhaltung der Kapelle zum Hl. Franz Xaver im Sinne der Stifter war den Bewohnern von Hohenweiler immer ein besonderes Anliegen. Eine 1817 noch erwähnte Friedhofsmauer wurde entfernt und 1919 der die Kapelle umgebende Friedhof aufgelöst, wozu Pfarrer Thomas FessIer schreibt, dass auf diesem Friedhof nie jemand beerdigt worden ist. Instandhaltungsarbeiten waren 1927 notwendig und Mathias Elbs, Hub, stiftete anlässlich des Abschlusses von Erneuerungsarbeiten 1978 zwei Glöcklein, sodass sich jetzt ein dreistimmiges Geläute im Türmchen befindet.
Nach weiteren Renovierungsarbeiten in den Jahren 1999, 2000 und 2018, wie Dachsanierung, Mauertrockenlegung, Färbelung, Eingangsgestaltung , Erneuerung des Gestühls und des Glockenturms zeigt sich die Kapelle in neuem Glanze.