Kirchturmrenovierung

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Stand der Arbeiten bei der Sanierung des Höchster Kirchturms - Anfang November 2017                                                                                                                   

Im letzten Pfarrblatt „Wir“ haben wir noch von „kleineren Steinmetzarbeiten“ berichtet und dass vorgesehen war, den Kirchturm von Ostern bis voraussichtlich Sommer 2017 zu sanieren. Inzwischen wurde auf 20 Stockwerken des Gerüstes die wesentlich umfangreichere als ursprünglich angenommene Renovierung der Sandsteinquader abgeschlossen und  vom Steinmetzmeister Burkhard Fessler von Hard  im September endabgerechnet. Von Verputzarbeiten am Turm war ursprünglich überhaupt nicht die Rede, doch durch die  vollständige Einrüstung des Turms  war es möglich , auch den Zustand des Verputzes vom Boden bis zu den Schalllöchern genau zu überprüfen. Es wurden sowohl auf der West- als auch auf der Südseite des Turms große Abplatzungen des Verputzes festgestellt. Dieser wurde daher vollkommen abgetragen und der Stuckateurmeister  Martin Hirner von Dornbirn hat auf diesen beiden Seiten einen Spezialputz mittels  Putzwerfern im Handbetrieb aufgebracht und eine erste Teilrechnung  erstellt. Diese Arbeiten können dann erst nach teilweisem Abbruch des Gerüstes fertiggestellt werden. Weitere Teilrechnungen wurden von der Höchster Firma Brunner GmbH als Gerüstbauer  und vom Zimmermeister Peter Hörmann, Chef von Holzbau Mayer in Götzis,  für die Instandsetzung der beschädigten Holzkonstruktion  der Turmzwiebeln gestellt. Die anderen  Arbeiten für die Vergoldung der Turmzier von Kugel und Kreuz und der Turmuhr mit Ziffernblatt und Zeigern, aber vor allem die Spenglerarbeiten mit der aufwendigen Turmeindeckung mittels Kupferblech sind erst in Arbeit. Speziell die großen Schäden sowohl am Kupferblech als auch der darunterliegenden Holzkonstruktion machen uns Sorgen, ob diese Arbeiten bis Ende des Jahres noch  fertiggestellt werden können.

Der Pfarrkichenrat hat daher gegenüber der Bauleitung der Diözese zugestimmt, dass  ihr Sachverständiger  Berthold Zürn als Berater und Fachmann für diese Arbeiten hinzugezogen werden kann. Dieser hat am 6. Oktober 2017 die Kupfereindeckung des Turms überprüft.

Er erstellte folgende Bestandsaufnahme :

„Der Kegelstumpf unterhalb der Turmspitze hat einige Einschusslöcher. Das Fries unterhalb der Kugel ist eingerissen. Die anschließende Querbanddeckung ist im Übergang zur oberen Zwiebel eingerissen. Es sind einige Löcher in der Eindeckung von den Leiterhaken, die nur noch teilweise erhalten sind. Die obere Zwiebel ist auf drei Seiten intakt. Die Südseite ist durch einen Sturm von der Schalung abgelöst und hängt nur noch an den Falzen. Die Laterne scheint im Außenbereich intakt, im Inneren ist die Bekleidung aus verzinktem Blech hergestellt worden. Die Gesimse an den Übergängen zur Zwiebel sind teilweise  eingerissen. Die untere Zwiebel ist allseitig beschädigt. Auch die schon vor Jahren erneuerten Bereiche sind von den Schäden betroffen. Teilweise sind Dehnungsrisse vorhanden. Der größte Schaden entstand aber durch Sturm, der die Kupferbekleidung zerrissen hat und die Haftbefestigung von der Schalung gelöst hat. Einschnürung und Turmfuß sind bis auf kleine Risse in Ordnung.

Ursache des Schadenbildes: 

Die Sturmschäden sind wahrscheinlich schon vor längerer Zeit entstanden. Die Schäden an der Blecheindeckung, die zudem noch sichtbar sind, lassen sich auf ein fehlendes Bewusstsein der Spengler in der Zeit von 1909 in Bezug auf Quer-und Längsdehnung des Kupferbleches bei der Verwendung in der Doppelstehfalztechnik zurückführen. Kupfer dehnt sich bei einem Temperaturunterschied von 100 Grad Kelvin um 1,7 Millimeter pro Meter aus. Dies bedeutet, dass ein Doppelstehfalz sich auf die Länge von 10 Metern im Temperaturunterschied von Sommer zu Winter von 100 Grad (-20 Grad im Winter und +80 Grad Materialtemperatur im Sommer) um 1,7 cm in der Länge verändert. Diese Längenveränderung wurde bei der vorhandenen Turmeindeckung nicht berücksichtigt. Diese ständige Bewegung in der Längsrichtung führte zu den sogenannten Dehnungsrissen in der Turmeindeckung. Auf Grund der relativ großen Breite der Kupferbahnen an der unteren Zwiebel hatte der Wind auch eine große Angriffsfläche in der Blechbahnbreite. Dies führte im Laufe der Jahrzehnte zu den vorgefundenen Flatterrissen.“

Die Spenglermeister Herbert Nagel von Höchst und Dietmar Küng von Bürs konnten mit den Arbeiten gegen Ende Oktober  erst richtig  beginnen und auf der Südseite der oberen Zwiebel das beschädigte Kupferblech abdecken. Die darunterliegende Holzkonstruktion ist  zum Teil faul und muss neu gemacht  werden. Zudem ist die unter dem Kupferblech liegende Holzschalung nur 1,5 bis 2 cm stark, sodass eine normgerechte Befestigung der Hafter des Kupferbleches mittels Schrauben nicht möglich wäre. Das bedeutet, dass auf dieser Schalung eine etwa gleich starke zusätzliche Schalung aufgebracht werden muss. Dies betrifft vor allem auch die Holzschalung der unteren großen Zwiebel, die zur Gänze neu eingedeckt werden muss, wodurch für die Zimmerleute eine große zusätzliche Arbeit anfällt. Von Seiten des Pfarrkirchenrates wurde daher die Bauleitung der Diözese gebeten, das Team der Zimmerleute entsprechend den neuen Anforderungen dringend zu verstärken, damit die Spengler ohne Unterbrechung arbeiten können.

Wir können nur hoffen und beten, dass die Witterung es zulässt, dass die Arbeiten bis zum Einbruch des Winters abgeschlossen werden können.