Die im Jahre 1952/53 im modernen Rundstil erbaute Kapelle fügt sich in die Landschaft ein. Da der Kirchgang sowohl nach Balderschwang als auch nach Hittisau ein sehr langer war, entsprang der Wunsch für die Älpler eine eigene Gebetsstätte in Sippersegg zu errichten.

Kapelle Sippersegg2Bemerkenswert ist der frei sichtbare, kegelförmige Dachstuhl.

Der weiß getunchte, schmucklose Kirchenraum konzentriert sich auf den mit Steinen aus der Nagelfluhkette angereicherten, in Betonquadern gegossenen Altar und das dahinterliegende, raumbeherrschende Farbfenster von Martin Häusle. Dieser herausragende Vorarlberger Künstler schuf eine beeindruckende Darstellung der Himmelfahrt Mariens.

Staunende, zum Teil ratlose Gestalten begleiten mit weit geöffneten Augen und ausgebreiteten Armen das wundersame Aufsteigen der Gottesmutter gen Himmel.

Drei Jahre zuvor wurde von Papst Pius XII. das Fest der „Aufnahme Mariens in den Himmel“ zum Dogma der katholischen Kirche erhoben.

Heute wird diese Kapelle gerne für Trauungen genutzt.

Im kleinen Altarraum von Sippersegg begegnet uns die ganze Spannung des Lebens der Mutter Jesu: der schwere, mit Steinen aufgeschlichtete Altar – die leichte, schwebende Jungfrau Maria.

Kapelle SipperseggDas Schwere und das Leichte, das Bodenständige und das Himmelwärtsstrebende – all das hat diese junge Frau aus Galiläa am eigenen Leib erfahren. Ihre Entscheidung, selbständig getroffen im Zwiegespräch mit dem Boten Gottes, war ein Wagnis. Sie hat den sicheren Boden des Gewöhnlichen verlassen. Zum Fundament ihrer Lebensentscheidung wurden das Vertrauen in den Zuspruch Gottes und das Verständnis ihres ehelichen Begleiters Josef.

 

Sich sicher fühlen, belastbar sein, getragen sein, loslassen können, die Spannungen des Lebens aushalten – wer möchte das nicht?


Das Evangelium legt das schönste Wort der Gelassenheit einem hörenden Menschen in den Mund:

„ Siehe,
ich bin die Magd des Herrn!
Mir geschehe,
wie du gesagt hast.“

(Jörg Zink)

Karte Sippersegg