Die Kapelle in ihrer heutigen Größe wurde 1936 fertiggestellt (ursprünglicher Bau wohl aus dem 19. Jh.). Vom Egger Kunstmaler Alois Waldner stammt das Altarbild, das den Besuch der Gottesmutter Maria bei ihrer Base Elisabeth, die sogenannte Heimsuchung, zum Thema hat. Das biblisch bezeugte Geschehen (Lk 1,39-65) ist in die Szenerie der umgebenen Bergwelt gesetzt.

Heute ist das Gotteshaus mit vielen Sterbebildchen von Personen, die sich mit dem Lecknertal verbunden fühlten, geschmückt.

Kunsthistorisch bemerkenswert ist ein „Ex-voto“-Gemälde auf der frei zugänglichen Empore. Das aus dem Jahre 1696 stammende Gemälde zeigt die Marienkönigin mit ihrem ebenfalls königlich gewandeten Sohn. Die einfache, bäuerlich anmutende Malweise lädt den heutigen Betrachter zum Schmunzeln ein. Dem angefügten Text ist zu entnehmen, dass ein hiesiger Bauer auf Fürsprache der allerheiligsten Jungfrau Maria von seinem Fußleiden geheilt wurde.

Kapelle Höfle    Kapelle Höfle2  
Abb. 1: Mariä Heimsuchung in der Kapelle im Höfle, Abb. 2: Marienkönigin

Heimsuchung bedeutet heute: ein Schicksalsschlag, eine Krankheit, ein Todesfall. Gemeint war eigentlich: der Retter sucht uns daheim.

Die Versuchung ist groß, die Welt zu unterteilen. Da gibt es heilige Orte, an denen gebetet, geopfert, gepredigt, gelobt und Glauben bezeugt wird. Dort gibt es normale Orte, an denen gearbeitet, gegessen, geschlafen, gelacht und geweint wird. Da begegnen wir dem Religiösen, dort dem wahren Leben.

Maria und Elisabeth durchbrechen diese Spielregeln. Sie treffen sich hier und heute, den Gottessohn und seinen Verkünder unter ihren Herzen tragend.

Bin ich bereit, Gottes Nähe auch in meinem unaufgeräumten Alltag zuzulassen? 

großer gott
es lebt in mir
eine winzig kleine spur von dir
die mich immer wieder lehrt zu lieben
ganz egal ob angetrieben
böse oder schlecht
großer gott
du allein siehst nach dem recht

(Wolfgang Flatz)

Karte Höfle