Um den Schülern des Ortsteils Bolgenach wenigstens einmal wöchentlich den werktäglichen Messbesuch zu ermöglichen, wurde dieses Kirchlein im Jahre 1938 erbaut. Ganz in der Nähe befindet sich das 1970 aufgelassene Schulhaus.

 

Der Hl. Wendelin (sein Name bedeutet im Althochdeutschen „Wanderer, Pilger“), der Legende nach ein iroschottischer Königssohn, lebte in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts als Einsiedler in den Vogesen. Er gilt als Schutzpatron der Bauern und des Viehs.

Das Altarbild zeigt ihn in Anbetung versunken, umgeben von einer Schafsherde, vor alpinem Hintergrund, mit den wichtigsten Insignien eines Hirten: dem großen Stab und der Tasche für den Mundvorrat.

Vor allem in bäuerlichen Anliegen wird dieses Kirchlein oft besucht.

 Hl. Wendelin
Altarbild in der Wendelinkapelle (Gfäll)

Der Königssohn aus Schottland – wohl erzogen von einem Bischof – macht sich auf den Weg. Das Ziel war Rom. Angekommen ist er bei sich selbst. Auf diesem Pilgerweg muss Wendelin einen inneren Wandel vollzogen haben. Seine Lebensbeschreibungen lassen dies im Dunkeln. Sie zeigen nur die Konsequenz: fortan übernimmt Wendelin Hirtendienste, um schließlich in der Abgeschiedenheit einer Einsiedlerzelle zu leben. Entgegen aller Konvention. Bescheiden widmet er sich dem Hüten und dem Beten.

Wendelin muss eine überragende und von der Bevölkerung hochgeachtete Persönlichkeit gewesen sein. Wer Zuflucht an seinem Grabheiligtum suchte, erhielt über viele Jahrhunderte hindurch  das unumschränkte Asylrecht. Über seinen Tod hinaus  macht dieser alpenländische Nothelfer  Schuldbeladenes heil.

Wo sucht meine Seele Heilung?

Blinde führe ich auf Wege, die sie nicht kennen,
auf unbekannten Pfaden  lasse ich sie wandern.
Die Finsternis vor ihren Augen mache ich zu Licht;
was krumm ist, mache ich gerade.

(Jes 42,16)

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