Die Kapelle wurde um 1850 anstelle eines Bildstöckchens von Anton Ritter erbaut.

Von diesem Anton Ritter wird erzählt: „Der Großvater, wie damals die Landbevölkerung sehr wundergläubig, vermisste auf seiner Alpe eine wertvolle Kuh, die trotz heftigen Suchens nicht zu finden war. Nach dem Gebet zum hl. Antonius von Padua versprach er bei Wiederfinden des Tieres eine Kapelle zu bauen. – Und siehe! Am nächsten Morgen stand die Kuh am Wege.“

Die Wirkmacht des Heiligen soll sogar so weit gehen, dass er so mancher unverheirateten Pilgerin zu einem Mann verholfen habe.

In der schmucken Kapelle befindet sich ein schön restaurierter Altaraufsatz (18. Jh.) mit zwei barock anmutenden Engeln.

kapelle Antonius 
Kapelle Hl. Antonius im Lecknertal

Blicken wir den beiden Engeln in ihre Augen. Nicht jubilierend, eher nüchtern strahlen sie doch Lebensfreude aus. Ihren Blick leicht nach oben gerichtet, kann die hernieder drückende Decke sie nicht bedrängen. Sie kennen die Quelle ihrer Zuversicht: Gott.

Engel nehmen sich selbst nicht so wichtig. Sie sind die Boten eines Anderen, Größeren. Beflügelt und frei, ohne Panzer und Waffen tragen sie die Worte Gottes auf Erden.

Das wäre also ein Engel. Einer, der uns im Namen Gottes etwas sagen kann: einen Gruß, eine Warnung, ein Wort der Zuneigung.

Solche Wesen gibt es. Auch unter uns?

„Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten  auf allen deinen Wegen,
dass sie dich auf den Händen tragen
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

(Psalm 91,11-12)

Karte Lecknertal