In das 1994/95 neu erbaute Senioren- und Pflegeheim der Gemeinde Hittisau wurde eine Kapelle integriert. Der Sakralraum - ein Kombination aus weiß angemaltem Mauerwerk und natürlicher Holzverkleidung - ist öffentlich zugänglich.

Die interessante Lichtführung schafft für den Besucher eine angenehme, je nach Sonnenstand wechselnde Stimmung.

Die Rosenkranzmadonna von Christine Beer und das geschnitzte Kruzifix vom Hittisauer Werner Bader fügen sich gut in das Kapelleninnere ein.

Kapelle Pflegeheim    Kapelle Pflegeheim2

Als künstlerisch sehr interessant erweisen sich die Kreuzwegfenster der Vorarlbergerin Reingard Kräutler. In auf das Wesentliche reduzierten Formen und Gesten wird die Leidensgeschichte Jesu geschildert. Einzig die Gesichter sind sehr fein herausgearbeitet.

Über dem lichterfüllten Altarbereich deutet sich in einer 3-teiligen Glasarbeit die Auferstehung des Herrn und die göttliche Dreifaltigkeit an. Diese freudvollen Geheimnisse des christlichen Glaubens erfüllen den ganzen Raum.

Wie viele Gebete um Heilung, einen schönen Lebensabend oder eine gute Sterbestunde wurden in dieser Kapelle wohl schon gesprochen? Wie viele Gedanken an die Angehörigen vor Gott getragen?

Wer diesen Raum betritt wird zuvor alten und kranken Menschen begegnet sein. Die Vergänglichkeit holt uns mitten im Leben ein. Das ist der Lauf der Zeit. Aber wie ich diese Zeit gestalte, das liegt auch in meinen Händen.

"Alles hat seine Stunde", philosophiert der Prediger aus dem Alten Testament gelassen (Prediger 3,1). Auch das Nachdenken über das Altern, das Weise-sein und das Sterben.

Von den Kartäusermönchen wird berichtet, dass sie jeden Tag ihrer Sterblichkeit gedenken. Das mag uns übertrieben erscheinen. Aber auch diese Gedanken brauchen ihren Raum und ihre Zeit. Warum nicht hier und jetzt? 

Ich gehe meinen Weg
vertrauend darauf,
dass er mich nicht an ein Ende,
sondern an das Ziel führt.

(Meinold Krauss)

Karte Pflegeheim