Einer frommen Überlieferung nach geriet Elisabeth, Gräfin von Hochberg und geborene Montfort, wahrscheinlich auf einer Seefahrt von ihrem neuen Domizil zu Konstanz nach ihrer Heimat Bregenz in einen Sturm und erlitt dabei Schiffbruch. In Todesgefahr gelobte sie, wenn sie noch lebend ans Ufer gelange, dort eine Kapelle zu erbauen. Und eben hier in Hard soll sie das rettende Ufer erreicht haben, wo dann die Kapelle errichtet wurde.

Inwieweit diese Legende vom Schiffbruch der Elisabeth stimmt, sei dahingestellt, dass sie aber die Kapelle stiftete, wird in der Stiftungsurkunde der Kaplanei von ihr selbst widerlegt.

Für die Harder Gläubigen gab es damals große Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten, wenn sie ihren religiösen Pflichten nachkommen wollten, denn sie mussten die Gottesdienste in ihrer Mutterkirche Bregenz besuchen. Dies galt nicht nur für die Sonntagsgottesdienste, sondern auch für Anlässe, wie Taufe, Hochzeit, Beerdigungen etc. Besonders bei schlechtem Wetter oder im Winter war der lange Fußmarsch nach St.Gallus nicht nur für Alte, Kranke und Kinder äußerst beschwerlich, sondern sogar unmöglich, denn die Bregenzer Ache war damals natürlich noch nicht reguliert und die häufigen Überschwemmungen machten nur allzu oft den Weg nach Bregenz unpassierbar.

Aus diesen Gründen ist natürlich leicht verständlich, dass sich die Harder bereits sehr früh eine gewisse Eigenständigkeit und Unabhängigkeit von ihrer Mutterpfarre wünschten. Diese dürften auch den Ausschlag zum Bau der ersten Kapelle gegeben haben, über deren Bau wir aber nur wissen, dass er vor 1430 stattgefunden hat. Von Seiten der Mutterpfarre wurde jeder Abspaltungsversuch vehement zu verhindern gesucht, da dies mit Einnahmeeinbußen bei den Kirchenopfern und Abgaben verbunden war. So suchten die Harder einen prominenten und potenten Fürsprecher zur Erreichung ihres Anliegens, der Stiftung einer Kaplanei, und fanden ihn in Elisabeth von Hochberg geborene Montfort.

Am 23.6.1430 erfolgte die Unterzeichnung und Besiegelung der Stiftungsurkunde, die diese Fakten belegt: „Wir, Elisabeth Markgräfin von Hochberg, geborene Montfort und Frau zu Bregenz, bekennen öffentlich mit Brief und tun kund all denen, die ihn sehen, lesen oder hören, dass unsere Leute in dem Dorf zu Hard, in der Pfarre zu Bregenz... eine Kapelle bei dem gleichen, unserem Dorf zu Hard gebaut und gemacht haben. Diese Kapelle ist gestiftet und geweiht... So haben diese, unsere Leute ... diese Kapelle dotiert... und ihr Almosen für eine ewige Messe gegeben, gestiftet und geordnet, mit Gütern und ewigen Zinsen... als hernach geschrieben stehen... Als erstes haben diese unsere Leute zu Hard, aus ihrer Gemeinde gegeben..., die Hofstatt und Hofraite mit Garten, mit Rebwachs, mit allem Dazugehörenden, bei der Kirche gelegen, worauf das Haus steht und einem Priester gehören soll... Uolman Siber hat daran gegeben vier Schilling Pfening jährlichen Zins ob seinem Haus und Hof zu Hard... Und also haben wir vorgenannte Frau Elisabeth, Markgräfin von Hochberg, mit wohlbedachten Sinnen und auch nach Recht der Gelehrten und mit Willen der Leute, die ihr Almosen dazu gegeben haben, geordnet, gestiftet und geschaffen. Wir ordnen, stiften und schaffen auch wissentlich mit dem Brief, dass diese Pfründe und ewige Messe der Pfarrkirche zu Bregenz an allen ihren pfarrlichen Rechten unschädlich sein soll. Es soll auch der Kaplan zu Hard nie tun, was einer Pfarr zu Recht zugehört, das ist, er soll nicht Predigen, noch Zeit verkünden, noch keiner Seele in der Kapelle gedenken... er soll nicht einnehmen, wenn es zum Opfer der Pfarrkirche zu Bregenz gehört ... Es soll auch derselbe Kaplan an allen Sonntagen übers Jahr seine Messe zu Hard in der Kapelle in solcher Frühe am Morgen haben, dass die Untertanen von Hard dennoch zum Amt in Bregenz in der Pfarrkirche kommen... Und um das alles zu wahren... so haben wir, vorgenannte Frau Elisabeth, Markgräfin zu Hochberg, unser Sigel an diesen Brief hängen lassen. Wir, Josef... Abt des zu Bregenz in der Au gelegenen Gotteshauses, Sankt Benedikts Orden (Kloster Mehrerau) und Johannes von Gottes Gnaden Abt des in der Minderen Au bei Ravensburg gelegenen Gotteshauses des Prämonstratenserordens (Kloster Weißenau)... so haben wir unsere Sigel auch an diesen Brief gehängt. Und wir, die Leute zu Hard, so wir hier vorgenannt sind, die ihr Almosen an die ewige Messe und Pfründe gegeben haben,... bekennen mit dem Brief, dass die wohlgeborene Frau Elisabeth, Markgräfin von Hochberg... die Ordnung und Stiftung der vorgenannten Ewigen Messe und Pfründe... unserem fleißigen Bitten wegen... geordnet und getan hat und dass auch wir und unsere Erben und Nachkommen ewiglich... die Zinsen von unseren Gütern wie vorher geschrieben steht, jährlich getreulich... geben sollen ohne alles Summen und Widersprechen... und um dies zu verkünden, haben wir fleißig den Edlen Junker Ulrich Freiherr von Klingen und den frommen... Junker Heinrich von Westerstetten, Vogt zu Bregenz gebeten, dass sie beide ihre Sigel... auch an diesen Brief gehängt haben... der gegeben ist am Sankt Johannes des Täufers Abend im Tausendvierhundert und dreißgisten Jahre nach Christi Geburt."

Diese Kaplaneistiftung wurde am 7. Oktober 1430 von Otto III., Fürstbischof von Konstanz, bestätigt. Patron der Kaplanei ist St. Jodok. 

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