Da die Gemeinde Hard bis zur Erhebung zur Pfarrei kirchlich zu Bregenz gehörte, soll hier grob die Geschichte und Zugehörigkeit der Pfarre Bregenz angeführt werden (siehe Andreas Ulmer, Pfarrbeschreibung Bregenz; Älteste Nachrichten über die Taufkirche und Pfarre Bregenz und Dekanatszugehörigkeit, VLA Misc. 173 Seite 61-85).

Kirchlich gehörte das Gebiet Bregenz in seinen Ursprüngen zur Diözese Augsburg. Im 7. Jhdt. kam es dann zu einer Neueinteilung der Diözesen. Dabei fiel das Gebiet Bregenz an Konstanz. Die Diözese Konstanz umfasste damals 10 große Archidiakonate mit 64 Ruralkapitteln (Dekanate). Das Bregenzer Gebiet gehörte zum Archidiakonat Allgäu, das die fünf Dekanate Theuringen, Ravensburg, Saulgau, Lindau und Linzgau umfasste. Das Dekanat Lindau, dem auch Bregenz angehörte, umfasste vier Distrikte oder Quartae: Quarta Lindavensis, Brigantia, Wangensis und Argensis.

Unter Graf Ulrich VI. kam es um das Jahr 970 zu einer Erbteilung. Dabei wurde das Erbe unter seine vier Söhne Marquard, Ulrich, Luitfrid und den HI. Gebhard aufgeteilt. Während Luitfrid und Gebhard Teile außerhalb von Bregenz erhielten, wurden die Stadt, und damit auch die Pfarre und Pfründe St.Gallus, unter Marquard und Ulrich aufgeteilt. Ein Nachkomme Ulrichs, Ulrich X., stiftete seinen Teil dem Kloster Mehrerau. Der Teil Marquards wurde von seiner Sippe, den Pfullendorfern, später an die Staufer übergeben und von diesen dem Kloster Weißenau (Minderau) (Monasterii St.Petri in Augia minori) gestiftet.

Die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Bregenz stammt aus dem Jahre 1094. Anlässlich der Gründung des Klosters „Bregenz in der Au" (Mehrerau) wird eine „ecclesia baptismalis Brigantina" erwähnt. Überhaupt spielte das Kloster eine wichtige Rolle in der Geschichte der Pfarre Bregenz. Auf Ansuchen erhielt das Kloster Mehrerau im Jahr 1196 von Papst Cölestin III. die förmliche Genehmigung, in der Bregenzer Pfarrkirche die Gottesdienste und Seelsorge durch seine eigenen Ordenspriester versehen zu lassen. 1248 erhielt das Kloster von Papst Inozenz IV. auch das Patronatsrecht über St.Gallus (bis zur Aufhebung des Stiftes 1806). In diesem Dokument wird auch Hard erstmals als „ze Hart'' urkundlich erwähnt.
Die Pfarre St.Gallus war Mutterpfarre vieler heutiger Pfarreien, deren Gebiet vormals von Bregenz betreut wurde.

Die erste Pfarrei, die sich von Bregenz löste, war im 14. Jhdt. Sulzberg. Es folgten Wolfurt (1512/seit 1493 Kaplanei), Langen (1567), Lauterach (1618/seit 1227 eine Kapelle, seit 1443 Kaplanei), Hard (1646/vor 1430 eine Kapelle, seit 1430 Kaplanei), Hörbranz (1756), Buch (1760), Bildstein (1792), Schwarzach (1824), Doren (1853), Lochau (1855), Kennelbach (1863), Fluh (1872), Eichenberg (1873) und Thal (1881). 

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