Der Heilige Ulrich von Augsburg war Bischof, Reichsfürst, Feldherr und Seelsorger und ist Patron der Pfarrkirchen von Götzis.

Bischof aus adeligem Hause

Ulrich wurde als Sohn des alemannischen Gaugrafen Hubald von Dillingen und dessen Frau Thietburga geboren und für den geistlichen Stand bestimmt. Er studierte deshalb im Kloster St. Gallen und kam 909 an den bischöflichen Hof von Augsburg. Nachdem er im Jahr 919 die Abtwürde von St. Gallen abgelehnt hatte, wurde er 923 schließlich von König Heinrich I. zum Bischof von Augsburg eingesetzt.

Politiker und Feldherr

Ulrich verkehrte aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen am Hof von König Heinrich I. und von Otto I., er beriet Fürsten, hielt Synoden ab, sorgte 926 für die Befestigung Augsburgs mit steinernen Mauern und verteidigte die Ansprüche seines Bistums. 955 befehligte Ulrich als Reichsfürst hoch zu Ross die Verteidigung von Augsburg gegen die andrängenden Ungarn; seinem inständigen Gebet, mit dem er die Kämpfenden stärkte, wurde der Sieg auf dem Lechfeld zugeschrieben.

Seelsorger und Hirte

Ulrich sorgte sich um würdige und zur rechten Zeit eingehaltene kirchliche Feiern, um feierliche Liturgie, um Arme und Kranke. Alle vier Jahre hielt er in den Hauptorten seiner Diözese Versammlungen ab, spendete die Firmung, visitierte die Geistlichen, sorgte für deren auskömmlichen aUnterhalt mit entsprechenden Pfründen. Bischof Ulrich starb nach beinahe fünfzigjährigem Dienst als Bischof von Augsburg im Jahr 973.

Erster "offizieller" Heiliger

Ulrichs Grab wurde schnell eine vielbesuchte und durch Wunder ausgezeichnete Wallfahrtsstätte. Ulrich ist der erste im offiziellen Verfahren Heiliggesprochene, heiliggesprochen durch die Synode im Lateran unter Vorsitz von Papst Johannes XV. in einer förmlichen und feierlichen Kanonisation am 31. Januar 993, also nur zwanzig Jahre nach seinem Tod.

Mit Fisch und Buch

Dargestellt wird der Heilige Ulrich mit Evangelienbuch, Fisch, Engel, Stab oder Pferd. Er ist Patron von Augsburg und wird von Winzern, Webern, Fischern und Fischhändlern angerufen. Er hilft gegen Augenleiden und Wassergefahren und für gutes Wetter und ist Patron des Bistums Augsburg.

Gedenktag ist der 4. Juli.

Bauernregeln:
Regen am St.-Ulrichstag, macht die Birnen stichig-mad.
Wenn's am Ulrichstag donnert, fallen die Nüsse vom Baum.

Quelle: www.heiligenlexikon.de