Kirche - St. Othmar

Die 1760 erbaute Kapelle war 110 Jahre lang Mittelpunkt des religiösen Lebens und Zeitzeuge des Ringens der Gaißauer für eine selbständige Pfarrei. Altersschwäche, Baumängel und Beengtheit kennzeichneten das Kirchlein. 1860 kam Pfarrer Anton Zimmermann nach Gaißau.

Bald verkündete er die Absicht zum Bau einer neuen Kirche. Mit dem Wanderstab in der Hand bettelte er 2 Jahre hindurch in ganz Tirol und Vorarlberg um Spenden zum Bau des jetztigen neugotischen Gotteshauses. Das Sprichwort "Jede Kirche kostet einen Pfarrer" hatte sich bewahrheitet, denn des Gottesmannes Gesundheit war ruiniert. Einen Monat nach Einlangen der Baubewilligung fand am 2. April 1870 die feierliche Grundsteinlegung durch Pfarrer Zimmermann als Beauftragten des Bischofs statt. Der Pfarrer von Rorschach hielt vor 3000 Leuten eine Festpredigt. Ein Wohltäterverzeichnis in einer Flasche wurde unter dem Eckstein eingemauert. Am 7. Juli 1873 erolgte die Weihe der Kirche durch den Generalvikar. In den folgenden Jahrzehnten erfuhr das Kircheninnere jedoch noch einige Veränderungen. Am tiefgreifendsten war die mit der Sanierung im Jahr 1983 verbundene Umgestaltung, seit der sich das Innere der Kirche in vereinfachter, zum Teil modernisierter Gestalt präsentiert.